
Die Suche nach alten Freunden online ist mehr als nur eine Namenssuche; es ist die Wahl des richtigen digitalen Werkzeugs für den richtigen Zweck.
- Facebook dient der nostalgischen Suche nach bekannten Gesichtern, während LinkedIn Ihr berufliches Erbe pflegt und neue Mentoring-Rollen eröffnet.
- Die grösste Herausforderung ist nicht die Technik, sondern das Erkennen von Fälschungen und die bewusste Entscheidung für sichere, oft Schweizer, Kommunikationskanäle.
Empfehlung: Bauen Sie Ihre persönliche „digitale Werkzeugkiste“ auf und nutzen Sie gezielt lokale Schweizer Angebote wie Pro Senectute oder die App Threema für mehr Datenschutz und Relevanz.
«Was wurde eigentlich aus…?» Diese Frage ist oft der Beginn einer Reise in die Vergangenheit. Früher war man auf Klassentreffen oder zufällige Begegnungen angewiesen, heute verspricht das Internet eine unendliche Datenbank an Kontakten. Die gängige Antwort lautet meist: «Schau doch mal auf Facebook!» Doch die digitale Welt ist weit mehr als nur ein globales Telefonbuch. Sie ist ein komplexes Ökosystem aus verschiedenen Plattformen, jede mit ihren eigenen Regeln, Zwecken und auch Gefahren.
Viele Ratgeber beschränken sich darauf, die Grundfunktionen zu erklären. Sie erwähnen, dass man nach Namen suchen und Gruppen beitreten kann. Doch sie lassen oft die entscheidenden Fragen unbeantwortet: Woran erkenne ich, ob ein Profil echt ist? Welche Plattform eignet sich für welchen Zweck am besten? Und wie bewege ich mich als Senior oder Seniorin in der Schweiz sicher durch dieses Dickicht, ohne in die Fallen von Betrügern zu tappen oder den Familienfrieden in der WhatsApp-Gruppe zu gefährden?
Dieser Artikel verfolgt einen anderen Ansatz. Betrachten wir die digitale Welt als eine «digitale Werkzeugkiste». Jede App, jede Webseite ist ein spezialisiertes Werkzeug. Man würde keinen Hammer benutzen, um eine Schraube einzudrehen. Genauso wenig sollte man Instagram für diskrete politische Debatten nutzen oder LinkedIn, um die ersten Schritte des Enkels zu teilen. Es geht darum, für jeden sozialen Zweck – vom Wiederfinden des alten Schulfreundes über die Suche nach einem Wanderpartner bis zum sicheren Videoanruf mit der Familie – das richtige Werkzeug bewusst auszuwählen.
Wir werden gemeinsam diese Werkzeugkiste für die zweite Lebenshälfte packen. Dabei legen wir einen besonderen Fokus auf die Schweizer Landschaft, von seriösen Plattformen über lokale Hilfsangebote bis hin zu datenschutzfreundlichen Alternativen. So wird aus der unsicheren Frage «Wo fange ich an?» ein selbstbewusstes «Ich weiss genau, welches Tool ich jetzt brauche.»
Um Ihnen den bestmöglichen Überblick zu verschaffen, haben wir die wichtigsten Themen strukturiert. Der folgende Inhalt führt Sie schrittweise durch die verschiedenen Aspekte der digitalen Freundschaftspflege, von der Sicherheit auf Facebook bis zur Nutzung Ihrer Talente in der Freiwilligenarbeit.
Inhaltsverzeichnis: Ihr Wegweiser durch die digitale Freundschaftspflege
- Woran erkennen Sie auf Facebook, ob die Freundschaftsanfrage echt ist?
- Wanderfreunde oder Strickkreis: Wie finden Sie Gleichgesinnte online?
- Lohnt sich ein LinkedIn-Profil noch, wenn man pensioniert ist?
- Warum sollten Sie politische Diskussionen in der Familien-WhatsApp-Gruppe meiden?
- Partnerbörsen für Senioren: Welche Plattformen sind in der Schweiz seriös?
- WhatsApp, Zoom & Co: Wie nutzen Sie Videoanrufe sicher mit den Enkeln?
- Freiwilligenarbeit in der Schweiz: Wo werden Ihre Talente wirklich gebraucht?
- Woran erkennen Sie auf Facebook, ob die Freundschaftsanfrage echt ist?
Woran erkennen Sie auf Facebook, ob die Freundschaftsanfrage echt ist?
Facebook ist wie eine riesige, digitale Zeitmaschine. Es ermöglicht uns, mit Menschen aus unserer Vergangenheit wieder in Kontakt zu treten. Allein in der Schweiz gibt es laut aktuellen Zahlen vom September 2024 rund 963.000 Facebook-Nutzer über 50 Jahre. Die Wahrscheinlichkeit, einen alten Schulkameraden oder eine ehemalige Kollegin zu finden, ist also hoch. Doch mit der Grösse des Netzwerks wächst auch die Gefahr durch Betrüger, die gefälschte Profile erstellen, um an Ihre Daten oder Ihr Geld zu gelangen. Diese sogenannten „Fake-Profile“ sind oft auf den ersten Blick nicht leicht zu erkennen.
Ein konkretes Beispiel aus der Schweiz zeigt, wie raffiniert diese Betrüger vorgehen. Im April 2025 machten gefälschte Anzeigen die Runde, die Laptops für nur 5 Franken anboten. Die Betrüger nutzten gefälschte Media-Markt-Logos und eine Seite namens „Laptops für Senioren aus der Schweiz“, um gezielt diese Altersgruppe anzusprechen. Viele Opfer gaben in gutem Glauben ihre Kreditkartendaten ein und verloren so Geld, ohne je ein Produkt zu erhalten. Media Markt selbst bestätigte, dass sie niemals Produkte direkt über soziale Medien verkaufen. Dieser Fall unterstreicht eine wichtige Regel: Seien Sie extrem skeptisch bei Angeboten, die zu gut sind, um wahr zu sein, und bei Anfragen von Unbekannten.
Ein gefälschtes Profil hat oft typische Merkmale: Es wurde erst vor Kurzem erstellt, hat nur sehr wenige Freunde oder Fotos und die Bilder wirken oft wie aus einem Modemagazin. Oft gibt es kaum persönliche Beiträge, Kommentare oder Interaktionen mit anderen Nutzern. Wenn Sie eine Freundschaftsanfrage von jemandem erhalten, den Sie zu kennen glauben, nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um das Profil genau zu prüfen, bevor Sie die Anfrage annehmen. Ein Klick zu viel kann weitreichende Folgen haben, während ein Moment der Vorsicht Sie vor viel Ärger bewahren kann.
Wanderfreunde oder Strickkreis: Wie finden Sie Gleichgesinnte online?
Während Facebook oft mit der Vergangenheit verknüpft ist, bieten digitale Plattformen auch eine hervorragende Möglichkeit, die Gegenwart zu bereichern und neue Freundschaften mit gemeinsamen Interessen zu schliessen. Die Zeiten, in denen soziale Medien als „etwas für die Jungen“ galten, sind längst vorbei. Laut dem IGEM-Digimonitor 2025 nutzen in der Schweiz 89% der 15- bis 75-Jährigen soziale Medien. Sie sind also in bester Gesellschaft! Die Herausforderung besteht darin, aus der Fülle an Möglichkeiten die richtigen „digitalen Dorfplätze“ zu finden, an denen Sie Gleichgesinnte treffen.
Facebook-Gruppen sind hier ein naheliegender Startpunkt. Suchen Sie nach Gruppen zu Ihren Hobbys in Verbindung mit Ihrem Wohnort, zum Beispiel „Wandern Kanton Bern“ oder „Jass-Freunde Zürich“. In diesen Gruppen werden oft Treffen organisiert, Tipps ausgetauscht und es entstehen echte Kontakte. Aber auch ausserhalb von Facebook gibt es spezialisierte Plattformen und Angebote. Viele Vereine und Organisationen haben erkannt, dass die digitale Vernetzung ein grosses Bedürfnis ist.
Besonders hervorzuheben sind die Angebote von Pro Senectute Schweiz. Diese Organisation bietet nicht nur Kurse zur digitalen Fitness, sondern schafft auch aktiv Räume für Begegnungen. Dazu gehören zum Beispiel:
- Digital Cafés: In Städten wie Basel, Riehen oder Pratteln erhalten Sie kostenlose Unterstützung bei Fragen zu Handy und Tablet und treffen dabei andere Senioren.
- Digitale Stammtische: Moderierte Online-Gesprächsgruppen zu verschiedenen Themen, die bequem von zu Hause aus via Zoom stattfinden.
- Regionale Digi-Treffs: Persönliche Betreuung und die Möglichkeit, sich mit anderen aus der Region auszutauschen.
Diese Angebote sind wertvoll, weil sie eine Brücke zwischen der Online- und der Offline-Welt schlagen. Sie lernen nicht nur, wie die Technik funktioniert, sondern lernen auch direkt Menschen kennen, mit denen Sie Ihre neu erworbenen Kenntnisse für gemeinsame Aktivitäten nutzen können.
Lohnt sich ein LinkedIn-Profil noch, wenn man pensioniert ist?
Auf den ersten Blick scheint LinkedIn, das soziale Netzwerk für Berufstätige, für Pensionierte überflüssig zu sein. Wer sucht schon einen neuen Job, wenn der Ruhestand genossen wird? Doch das ist eine zu kurz gedachte Sichtweise. In Ihrer „digitalen Werkzeugkiste“ ist LinkedIn nicht das Werkzeug für die Jobsuche, sondern das Werkzeug zur Pflege Ihres beruflichen Erbes und zur Weitergabe Ihrer wertvollen Erfahrung. Mit über 4,5 Millionen aktiven Nutzern in der Schweiz ist es die mit Abstand grösste berufliche Plattform des Landes und ein riesiger Pool an Wissen und Kontakten.
Für Pensionierte eröffnet LinkedIn zwei wesentliche Möglichkeiten. Erstens können Sie den Kontakt zu ehemaligen Arbeitskollegen auf eine professionelle und strukturierte Weise aufrechterhalten, die über die lockere Verbindung auf Facebook hinausgeht. Zweitens, und das ist vielleicht die wertvollste Funktion, können Sie Ihre jahrzehntelange Expertise als Mentor oder Berater weitergeben. Viele junge Berufsleute und Start-ups suchen aktiv nach erfahrenen Ratgebern, die ihnen mit Wissen und Netzwerk zur Seite stehen.
Ein hervorragendes Beispiel dafür sind die Alumni-Netzwerke von Schweizer Hochschulen. Die ETH Alumni Association nutzt LinkedIn aktiv, um Ehemalige zu vernetzen. Im November 2024 wurde die virtuelle Karrieremesse „Poly-E-fair“ organisiert. Hier konnten nicht nur Studierende, sondern auch Alumni mit globalen Unternehmen in Kontakt treten. Für pensionierte Alumni bietet sich hier die Chance, ihre Expertise in einem neuen Kontext einzubringen und den Kontakt zur eigenen Branche zu halten.

Wie dieses Bild symbolisiert, geht es darum, Brücken zu bauen und Wissen über Generationen hinweg zu teilen. Ein LinkedIn-Profil im Ruhestand ist kein Bewerbungsschreiben mehr, sondern eine Visitenkarte Ihrer Lebenserfahrung. Es signalisiert: „Ich bin immer noch hier, mein Wissen ist wertvoll, und ich bin bereit, es zu teilen.“
Warum sollten Sie politische Diskussionen in der Familien-WhatsApp-Gruppe meiden?
Die Familien-WhatsApp-Gruppe: ein Ort für Geburtstagsgrüsse, Ferienfotos und die alltägliche Koordination. Doch kaum ein Thema hat das Potenzial, diesen digitalen Kaffeetisch so schnell in ein Minenfeld zu verwandeln wie die Politik. Gerade in der Schweiz, wo Abstimmungen den politischen Alltag prägen, können emotionalisierende Themen schnell zu tiefen Gräben führen. Wie Pro Senectute Schweiz in ihrem Beratungsleitfaden treffend formuliert, können eidgenössische Abstimmungen zur «Zerreissprobe» für Familien werden, bei denen Themen wie AHV oder Klimapolitik digitale Familiengräben vertiefen.
Das Problem liegt in der Natur des Mediums. WhatsApp ist für schnelle, emotionale und oft missverständliche Kommunikation gemacht. Mimik, Gestik und Tonfall fehlen. Eine ironische Bemerkung kann als Angriff verstanden werden, eine kritische Frage als persönliche Anfeindung. Anders als in einem persönlichen Gespräch, wo man die Reaktion des Gegenübers sieht und zurückrudern kann, steht Geschriebenes schwarz auf weiss da und kann immer wieder nachgelesen werden, was das Konfliktpotenzial erhöht.
Es geht nicht darum, den politischen Austausch gänzlich zu vermeiden, sondern darum, das richtige Werkzeug – den richtigen Kanal – dafür zu wählen. Eine Familien-Gruppe, in der sich Menschen unterschiedlicher Generationen, politischer Ansichten und Informationsstände tummeln, ist dafür der ungeeignetste Ort. Es ist, als würde man versuchen, mit einem Vorschlaghammer ein Uhrwerk zu reparieren. Die bessere Strategie ist, den politischen Austausch in dafür vorgesehene Kanäle zu verlagern.
Die folgende Tabelle zeigt auf, warum die Trennung der Kanäle so wichtig ist und welche Alternativen sich für einen sachlichen Austausch besser eignen.
| Kanal | Eignung für Politik | Konfliktpotenzial | Alternative für Familie |
|---|---|---|---|
| WhatsApp-Familie | Niedrig | Sehr hoch | Getrennte Themengruppen |
| Kommentarspalten Medien | Hoch | Mittel | Moderierte Diskussion |
| Politik-Foren | Sehr hoch | Niedrig | Sachlicher Austausch |
Die klügste Regel für die Familien-Gruppe lautet daher: Politik und andere heikle Themen bleiben draussen. Wenn ein politisches Thema aufkommt, schlagen Sie vor, es persönlich oder in einer separaten, kleineren Gruppe mit den daran interessierten Personen zu diskutieren. So bleibt die grosse Familiengruppe ein Ort der Freude und des Zusammenhalts.
Partnerbörsen für Senioren: Welche Plattformen sind in der Schweiz seriös?
Die Suche nach einer neuen Liebe oder einer tiefen Freundschaft im Alter ist ein zutiefst menschliches Bedürfnis. Online-Partnerbörsen können dabei ein wunderbares Werkzeug sein, um Menschen kennenzulernen, die man im Alltag vielleicht nie getroffen hätte. Doch gerade hier ist grösste Vorsicht geboten, denn nirgendwo sonst sind emotionale Hoffnungen und finanzielle Risiken so eng miteinander verknüpft. Das Betrugsrisiko ist real und betrifft gerade erfahrene Menschen. Eine Pro Senectute-Studie zeigt, dass jede vierte Person über 55 in der Schweiz innerhalb von fünf Jahren von Diebstahl oder Betrug betroffen war.
Betrüger auf Dating-Plattformen, oft als „Romance Scammer“ bezeichnet, gehen perfide vor. Sie bauen über Wochen oder Monate eine emotionale Beziehung auf, gewinnen das Vertrauen ihrer Opfer und erfinden dann dramatische Geschichten – ein medizinischer Notfall, ein unbezahlter Flug –, um nach Geld zu fragen. Dieses Geld ist in der Regel für immer verloren. Seriösität ist daher das oberste Gebot bei der Wahl einer Plattform.
In der Schweiz gibt es eine Reihe von Anbietern, die sich an ein reiferes Publikum richten. Doch wie trennt man die Spreu vom Weizen? Konsumentenschutz-Organisationen wie der K-Tipp oder der Beobachter veröffentlichen regelmässig Tests und Vergleiche von Partnerbörsen. Diese zu konsultieren, ist ein wichtiger erster Schritt. Achten Sie auf Plattformen, die transparente Preise haben, in der Schweiz ansässig sind und Schweizer Vertragsrecht anwenden. Misstrauen ist bei Anbietern mit versteckten Kosten und langen, schwer kündbaren Vertragslaufzeiten geboten.
Der Schweizer Konsumentenschutz gibt klare Empfehlungen, um sich vor Enttäuschungen und Betrug zu schützen:
- Überprüfen Sie Testberichte von K-Tipp oder Beobachter vor der Anmeldung.
- Achten Sie auf Schweizer Vertragsrecht und klare Kündigungsfristen.
- Treffen Sie sich bei den ersten Dates nur an öffentlichen Orten.
- Geben Sie niemals Geld an eine Online-Bekanntschaft, egal wie herzerweichend die Geschichte klingt.
- Ziehen Sie regionale Partnervermittlungen mit einem lokalen Ansprechpartner in Betracht, die oft eine persönlichere und sicherere Alternative bieten.
Eine gesunde Portion Skepsis ist Ihr bester Schutz. Eine echte, ehrliche Verbindung wird niemals mit einer Forderung nach Geld beginnen.
WhatsApp, Zoom & Co: Wie nutzen Sie Videoanrufe sicher mit den Enkeln?
Es gibt kaum etwas Schöneres, als das Lachen der Enkelkinder zu hören und ihre Fortschritte zu sehen, auch wenn sie am anderen Ende der Schweiz oder der Welt leben. Videoanruf-Dienste wie WhatsApp, FaceTime oder Zoom sind hier ein wahrer Segen und haben sich als unverzichtbare Generationenbrücke etabliert. Sie sind das Werkzeug in Ihrer digitalen Kiste, das für pure Freude und unmittelbare emotionale Verbindung sorgt. Die Bedienung ist meist einfach, und doch gibt es wichtige Unterschiede, gerade was den Datenschutz angeht.
Die meisten Menschen nutzen WhatsApp, weil es am weitesten verbreitet ist. Es gehört zum Facebook-Konzern (Meta) und obwohl die Anrufe selbst verschlüsselt sind, sammelt das Unternehmen viele Metadaten: Wer kommuniziert wann mit wem und von wo aus? Für viele ist das kein Problem, doch wer Wert auf maximale Privatsphäre legt, sollte wissen, dass es hervorragende Schweizer Alternativen gibt.

Wie dieses Bild andeutet, geht es um die sichere und vertrauensvolle Verbindung. Hier kommt Threema ins Spiel. Threema ist eine App, die 2012 von drei Schweizer Entwicklern gegründet wurde und deren Server ausschliesslich in der Schweiz stehen. Sie unterliegt damit dem strengen Schweizer Datenschutzgesetz. Die App wird sogar von der Schweizer Bundesverwaltung für die vertrauliche Kommunikation genutzt. Im Gegensatz zu WhatsApp kann Threema anonym, also ohne Angabe einer Telefonnummer, genutzt werden und sammelt keinerlei Metadaten.
Die Entscheidung für einen Messenger hängt von Ihren persönlichen Prioritäten ab. Die folgende Tabelle gibt einen schnellen Überblick über die wichtigsten Unterschiede:
| Messenger | Datenschutz | Schweizer Server | Ohne Telefonnummer |
|---|---|---|---|
| Threema | Sehr hoch | Ja | Ja |
| Mittel | Nein | Nein | |
| Signal | Hoch | Nein | Nein |
| Telegram | Niedrig | Nein | Teilweise |
Vielleicht ist es eine Überlegung wert, mit der Familie zu besprechen, für die besonders persönlichen Momente einen sichereren Kanal wie Threema oder Signal zu nutzen. Es ist ein kleines Zeichen mit grosser Wirkung für die digitale Souveränität Ihrer Familie.
Das Wichtigste in Kürze
- Sicherheit zuerst: Lernen Sie, gefälschte Profile auf Facebook zu erkennen. Misstrauen Sie Angeboten, die zu gut sind, um wahr zu sein, und geben Sie niemals persönliche Daten oder Geld an Unbekannte.
- Das richtige Werkzeug für den Zweck: Nutzen Sie jede Plattform gezielt. Facebook für alte Freunde, LinkedIn für Ihr berufliches Erbe, und spezielle Foren oder Gruppen für neue Hobbys.
- Das Schweizer Ökosystem nutzen: Bevorzugen Sie lokale und datenschutzfreundliche Angebote wie Pro Senectute für Kurse und Treffen oder Threema für sichere Familienkommunikation.
Freiwilligenarbeit in der Schweiz: Wo werden Ihre Talente wirklich gebraucht?
Der Ruhestand markiert das Ende der Berufstätigkeit, aber keineswegs das Ende eines aktiven und sinnerfüllten Lebens. Viele Menschen verspüren den Wunsch, ihre über Jahrzehnte aufgebaute Erfahrung und ihre freigewordene Zeit für die Gesellschaft einzusetzen. Die Freiwilligenarbeit, oder „Sinnstiftung 2.0“, bietet hierfür unzählige Möglichkeiten. Und auch hier spielt die digitale Welt eine entscheidende Rolle – nicht nur als Betätigungsfeld, sondern auch als Vermittlungsplattform.
Ihre digitalen Fähigkeiten, selbst wenn Sie sich selbst als Anfänger betrachten, sind auf dem Freiwilligenmarkt gefragt. Gleichzeitig sind es oft gerade Ihre traditionellen Kompetenzen, die im digitalen Raum einen ungeahnten Wert entfalten. Wie es Pro Senectute Ausserschwyz treffend formuliert: «Traditionelle Kompetenzen sind im digitalen Raum wertvoll – ein Hobby-Historiker kann beim Digitalisieren helfen, eine Fremdsprachen-Kennerin Online-Tandems anbieten.» Sie müssen kein IT-Experte sein, um zu helfen. Ihre Lebenserfahrung, Ihre Geduld oder Ihr Fachwissen aus einem ganz anderen Bereich können den Unterschied machen.
Die Suche nach der passenden Freiwilligenarbeit ist dank digitaler Plattformen einfacher denn je. Statt unzählige Organisationen einzeln zu kontaktieren, können Sie auf zentralen Portalen gezielt nach Einsatzmöglichkeiten suchen, die Ihren Interessen und Fähigkeiten entsprechen. Für die Schweiz sind hier insbesondere folgende Plattformen zu nennen:
- benevol-jobs.ch: Die grösste Plattform für Freiwilligenarbeit in der Schweiz. Hier können Sie nach Kanton, Tätigkeitsbereich und Zeitaufwand filtern.
- Five up App: Eine App für spontane und lokale Nachbarschaftshilfe, die Menschen in der direkten Umgebung vernetzt.
- Angebote von Pro Senectute: Viele kantonale Sektionen suchen Freiwillige für digitale Unterstützung, die anderen Senioren beim Umgang mit Smartphone und Computer helfen.
- Lokale Projekte: Fragen Sie in Ihrer Gemeinde oder bei lokalen Vereinen (z.B. Museen, Archive), ob Hilfe bei der Digitalisierung von Dokumenten oder Fotos benötigt wird.
Sich freiwillig zu engagieren bedeutet, aktiv zu bleiben, neue Menschen kennenzulernen und einen wertvollen Beitrag zu leisten. Es ist die perfekte Synthese aus Geben und Nehmen.
Woran erkennen Sie auf Facebook, ob die Freundschaftsanfrage echt ist?
Nachdem wir die typischen Anzeichen eines gefälschten Profils betrachtet haben, stellt sich die entscheidende Frage: Was tun Sie konkret, um sich zu schützen? Es geht darum, eine proaktive Routine zu entwickeln, einen kurzen Sicherheitscheck, den Sie bei jeder neuen, unerwarteten Anfrage durchführen. Digitale Souveränität beginnt mit gesunder Skepsis und einem systematischen Vorgehen. Sie würden ja auch nicht jedem, der an Ihrer Haustür klingelt, sofort Einlass gewähren, ohne durch den Türspion zu schauen.
Der erste und wichtigste Schritt ist, niemals blind auf „Annehmen“ zu klicken. Nehmen Sie sich die Zeit, das Profil der anfragenden Person zu besuchen. Klicken Sie auf den Namen und schauen Sie sich um. Gibt es gemeinsame Freunde? Das ist oft das stärkste Indiz für eine echte Verbindung. Wenn ja, könnten Sie sogar einen dieser gemeinsamen Freunde kurz per Nachricht fragen: „Du, kennst du diesen Hans Muster? Der hat mir eine Anfrage geschickt.“ Eine kurze Rückfrage kann oft alle Zweifel ausräumen.
Wenn keine gemeinsamen Freunde vorhanden sind, wird die Sache kniffliger. Schauen Sie sich die Fotos an. Sind es persönliche Schnappschüsse von Familienfeiern, aus den Ferien, mit Freunden? Oder wirken sie wie professionelle Model-Aufnahmen? Betrüger nutzen oft gestohlene Bilder von anderen Profilen oder aus Bilddatenbanken. Eine umgekehrte Bildersuche bei Google kann hier manchmal Aufschluss geben. Auch die Chronik ist aufschlussreich: Ein echtes Profil hat meist eine längere Historie mit Beiträgen, Kommentaren und Markierungen über Jahre hinweg. Ein Fake-Profil ist oft leer und erst wenige Tage oder Wochen alt.
Ihr 5-Punkte-Sicherheitscheck für Freundschaftsanfragen
- Gemeinsame Kontakte prüfen: Gibt es gemeinsame Freunde? Wenn ja, ist das ein starkes Indiz für Echtheit. Fragen Sie im Zweifel bei einem gemeinsamen Freund nach.
- Profil-Alter und -Aktivität analysieren: Seit wann existiert das Profil? Gibt es regelmässige, persönliche Beiträge über einen längeren Zeitraum oder ist die Chronik leer und neu?
- Foto-Analyse: Sind es authentische Schnappschüsse oder gestohlene Hochglanzbilder? Suchen Sie nach Album-Vielfalt (Ferien, Familie, Hobbys).
- Informationen abgleichen: Passen die Angaben im Profil (Wohnort, Arbeitsplatz) zu der Person, die Sie in Erinnerung haben?
- Im Zweifel ablehnen: Wenn Sie sich unsicher sind, ist es immer sicherer, die Anfrage zu ignorieren oder zu löschen. Eine echte Person wird einen anderen Weg finden, Sie zu kontaktieren.
Denken Sie daran: Ihre Freundesliste ist ein privater Raum. Sie allein entscheiden, wen Sie hereinlassen. Es ist keine Unhöflichkeit, eine Anfrage abzulehnen, sondern ein Akt der digitalen Selbstfürsorge.