
Die Fahreignungsprüfung ab 75 ist weniger ein Urteil über Ihr Alter als vielmehr eine Chance, Ihre funktionale Fitness unter Beweis zu stellen und Ihre Mobilität bewusst zu gestalten.
- Proaktives Training spezifischer Fähigkeiten (Beweglichkeit, Reaktion) kann die Fahreignung objektiv verbessern.
- Eine rationale Kosten-Nutzen-Analyse des eigenen Autos deckt oft überraschende finanzielle Vorteile von Alternativen auf.
Empfehlung: Betrachten Sie die Untersuchung nicht als Endpunkt, sondern als einen wertvollen Checkpoint, um die Weichen für eine sichere und selbstbestimmte Mobilität in der Zukunft zu stellen.
Der Brief vom Strassenverkehrsamt liegt auf dem Tisch. Mit 75 Jahren steht die erste obligatorische verkehrsmedizinische Untersuchung an. Für viele Autofahrerinnen und Autofahrer in der Schweiz ist dies ein Moment, der mit Unsicherheit und Sorge verbunden ist. Die Angst, den Führerschein und damit ein grosses Stück Unabhängigkeit und Lebensqualität zu verlieren, ist verständlich. Das Auto ist oft mehr als nur ein Fortbewegungsmittel; es ist ein Symbol für Freiheit, Spontaneität und die Fähigkeit, den Alltag selbstständig zu meistern.
Die gängigen Ratschläge beschränken sich oft auf eine simple Auflistung von Alternativen wie dem öffentlichen Verkehr. Doch diese Ansätze übersehen die tiefere, emotionale Bedeutung des Autofahrens und die Komplexität dieser Lebensphase. Es geht nicht nur darum, von A nach B zu kommen. Es geht um die Angst vor dem Kontrollverlust und dem Gefühl, abgehängt zu werden.
Doch was wäre, wenn der Schlüssel nicht darin liegt, die Untersuchung passiv zu fürchten, sondern sie aktiv als das zu sehen, was sie ist: eine Überprüfung der funktionalen Fahreignung, nicht des Geburtsjahres? Die entscheidende Botschaft ist: Sie sind diesem Prozess nicht hilflos ausgeliefert. Es gibt konkrete, wissenschaftlich fundierte Wege, sich vorzubereiten, die eigenen Fähigkeiten zu stärken und diese Phase des Lebens souverän und gut informiert zu gestalten.
Dieser Ratgeber führt Sie als sachlicher und beruhigender Begleiter durch alle relevanten Aspekte. Wir werden beleuchten, wie Sie Ihre Fahreignung gezielt fördern, wann sich das eigene Auto wirklich noch lohnt, welche sicheren Alternativen Ihre Gemeinde bietet und wie Sie den Übergang, falls er nötig wird, selbstbestimmt und positiv gestalten können.
Die folgenden Abschnitte bieten Ihnen einen strukturierten Überblick und konkrete Hilfestellungen, um die richtigen Entscheidungen für Ihre persönliche Mobilität zu treffen. Jeder Teil ist darauf ausgerichtet, Ihnen Klarheit und Handlungskompetenz zu vermitteln.
Inhaltsverzeichnis: Ihr Wegweiser zur sicheren Mobilität im Alter
- Lohnt sich das Auto noch, wenn Sie weniger als 5000 km im Jahr fahren?
- Warum verunfallen so viele Senioren mit dem E-Bike und wie schützen Sie sich?
- Carsharing oder Taxi-Gutscheine: Was bietet Ihre Gemeinde als Ersatz an?
- Wie funktioniert der Fahrdienst des Roten Kreuzes oder TIXI für Arztbesuche?
- Wann ist der richtige Moment, den Führerschein freiwillig abzugeben?
- Welche Sportarten schonen die Gelenke und bauen trotzdem Kondition auf?
- Wie bewältigen Sie den Alltag in der digitalisierten Schweiz ohne Schalter?
- Der Führerschein als Lebensabschnitt: Souverän die nächste Etappe planen
Lohnt sich das Auto noch, wenn Sie weniger als 5000 km im Jahr fahren?
Die emotionale Bindung an das eigene Auto ist stark, doch eine nüchterne Betrachtung der Finanzen kann überraschende Erkenntnisse bringen. Oft wird unterschätzt, wie hoch die tatsächlichen Kosten sind, insbesondere wenn das Fahrzeug nur noch selten genutzt wird. Eine rationale Kosten-Nutzen-Analyse ist der erste Schritt zu einer bewussten Entscheidung über die eigene Mobilität. Die Fixkosten wie Versicherung, Steuern, Parkplatzmiete und Amortisation laufen unerbittlich weiter, egal ob das Auto fährt oder steht.
Berechnungen zeigen, dass die jährlichen Ausgaben für ein Fahrzeug schnell einen fünfstelligen Betrag erreichen können. Laut einer Analyse betragen die durchschnittlichen Kosten für ein Auto in der Schweiz CHF 10’728 pro Jahr bei einer Laufleistung von 15’000 Kilometern. Selbst bei deutlich weniger gefahrenen Kilometern sinken die Gesamtkosten nur unterproportional, da der hohe Anteil an Fixkosten bestehen bleibt. Dies macht jeden einzelnen gefahrenen Kilometer extrem teuer.
Die folgende Tabelle verdeutlicht das Verhältnis von fixen zu variablen Kosten und zeigt, welch grossen Anteil die reinen Bereitschaftskosten ausmachen.
| Kostenart | Betrag (CHF/Jahr) | Anteil an Gesamtkosten |
|---|---|---|
| Fixkosten | 7’007 | 60% |
| Variable Kosten | 4’330 | 40% |
| Gesamtkosten | 11’337 | 100% |
Wenn die Jahreskilometerleistung unter 5’000 km fällt, übersteigen die Kosten für das eigene Auto oft deutlich die Ausgaben für einen Mix aus öffentlichem Verkehr (z.B. ein Generalabonnement), Taxis für besondere Anlässe und Carsharing für gelegentliche Grosseinkäufe oder Ausflüge. Eine ehrliche Bilanz ist daher der Schlüssel zu mehr finanzieller Freiheit.
Aktionsplan: Ihre persönliche Mobilitätsbilanz erstellen
- Fahrtenbuch führen: Notieren Sie für einen Monat konsequent alle Fahrten mit Zweck und Distanz, um Ihren tatsächlichen Bedarf zu ermitteln.
- Kosten sammeln: Listen Sie alle jährlichen Fixkosten auf (Versicherung, Steuern, Parkplatz, Service, Amortisation) und addieren Sie die variablen Kosten (Treibstoff).
- Bedarf und Realität abgleichen: Vergleichen Sie Ihre erfassten Fahrten mit den Gesamtkosten. Sind die hohen Fixkosten für die wenigen Fahrten gerechtfertigt?
- Emotion versus Ratio: Bewerten Sie auf einer Skala, welche Fahrten rein praktisch und welche emotional motiviert sind. Dies hilft, den wahren Nutzen zu erkennen.
- Alternativen testen: Planen Sie für einen Monat probeweise den Umstieg. Nutzen Sie ein ÖV-Abo, bestellen Sie ein Taxi und testen Sie einen Fahrdienst, um die „gefühlten“ Hürden abzubauen.
Warum verunfallen so viele Senioren mit dem E-Bike und wie schützen Sie sich?
Das E-Bike ist eine fantastische Erfindung, um auch im Alter aktiv und mobil zu bleiben. Es erweitert den Aktionsradius und fördert die Gesundheit. Gleichzeitig zeigen die Statistiken eine besorgniserregende Entwicklung: Die Zahl der Unfälle mit E-Bikes, in die ältere Menschen verwickelt sind, hat stark zugenommen. Es ist jedoch wichtig, diese Zahlen richtig einzuordnen und nicht in Panik zu verfallen. Die Gefahr liegt weniger im Fahrzeug selbst als in der ungewohnten Dynamik und in komplexen Verkehrssituationen.
Die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) liefert hierzu klare Daten: Die BFU-Statistik zeigt einen dramatischen Anstieg von 18 auf 180 schwer verletzte und getötete Senioren auf E-Bikes zwischen 2011 und 2024. Die Analyse der Unfälle zeigt jedoch, dass nicht überhöhte Geschwindigkeit das Hauptproblem ist. Ältere Personen fahren im Schnitt nur geringfügig schneller als mit einem normalen Velo. Die kritischen Momente sind vielmehr komplexe Manöver wie das Linksabbiegen, das Überqueren von Kreuzungen oder unvorhergesehene Hindernisse, bei denen das höhere Gewicht und die stärkere Beschleunigung des E-Bikes eine schnelle und korrekte Reaktion erfordern.
Der Schlüssel zur Sicherheit liegt daher in der proaktiven Vorbereitung und im Training. Es geht darum, sich mit dem Gerät vertraut zu machen und die eigenen Fähigkeiten an die neue Technik anzupassen.

Wie das Bild zeigt, sind gezielte Fahrsicherheitstrainings die beste Prävention. Organisationen wie Pro Senectute oder der TCS bieten in der ganzen Schweiz Kurse an, in denen man das Bremsen, das Anfahren am Berg und das Manövrieren in einem geschützten Rahmen üben kann. Das Tragen eines Helms sollte dabei selbstverständlich sein. So wird das E-Bike von einer potenziellen Gefahrenquelle zu einem sicheren und freudvollen Begleiter für die Alltagsmobilität.
Carsharing oder Taxi-Gutscheine: Was bietet Ihre Gemeinde als Ersatz an?
Die Vorstellung, auf das eigene Auto zu verzichten, löst oft die Sorge vor dem Verlust von Flexibilität aus. Doch in der Schweiz existiert ein dichtes Netz an Mobilitätsdienstleistungen, das oft unbekannt ist. Der Verzicht auf das eigene Fahrzeug bedeutet nicht das Ende der Mobilität, sondern den Beginn einer neuen, oft sogar stressfreieren und kostengünstigeren Art der Fortbewegung. Der Schlüssel liegt in der Ressourcen-Kompetenz – dem Wissen, welche Angebote vor der eigenen Haustür verfügbar sind.
Viele Schweizer Gemeinden haben erkannt, wie wichtig die Mobilität für Seniorinnen und Senioren ist, und fördern aktiv Alternativen. Ein verbreitetes Modell sind Taxi-Gutscheine oder die Übernahme des Selbstbehalts bei Fahrdiensten. Gemeinden wie Fällanden, Dübendorf oder die Stadt Zürich unterstützen beispielsweise Nutzer von ProMobil-Fahrdiensten finanziell. Ein Anruf bei Ihrer Gemeindeverwaltung oder bei der lokalen Pro Senectute-Geschäftsstelle lohnt sich immer, um sich über spezifische lokale Angebote zu informieren.
Für gelegentliche Fahrten, bei denen ein Auto unerlässlich ist – etwa für den Grosseinkauf oder einen Ausflug ins Grüne –, ist Carsharing wie Mobility eine hervorragende Lösung. Mit über 1’500 Standorten in der ganzen Schweiz steht oft ein Fahrzeug in Gehdistanz bereit, das einfach per App oder Telefon gebucht werden kann. Die Kosten fallen nur bei tatsächlicher Nutzung an und sind mit Tarifen ab etwa CHF 2.80 pro Stunde plus Kilometergebühr weitaus günstiger als der Unterhalt eines eigenen Wagens. Gerade in ländlicheren Gebieten, wo der ÖV-Takt dünner ist, füllen oft Freiwilligen-Fahrdienste von Vereinen, Kirchgemeinden oder Nachbarschaftshilfen die Lücken. Diese Dienste zeichnen sich durch ihre persönliche und herzliche Betreuung aus.
Der Fahrdienst wird von freiwilligen Helfern getragen, die mit Herzlichkeit und Engagement zur Stelle sind, wenn es darum geht, Arztbesuche, Therapien oder Einkäufe zu bewältigen.
– Verein Dienste für Senioren, Quartierplus Fahrdienste-Übersicht
Wie funktioniert der Fahrdienst des Roten Kreuzes oder TIXI für Arztbesuche?
Für Menschen, die aufgrund von Alter, Krankheit oder einer Behinderung in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, sind reguläre Taxis oder der öffentliche Verkehr oft keine Option. Genau hier setzen spezialisierte Fahrdienste wie der des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) oder TIXI an. Sie bieten nicht nur einen Transport von Tür zu Tür, sondern auch die notwendige Begleitung und Unterstützung, beispielsweise bis in die Arztpraxis. Diese Dienste sind ein unverzichtbarer Baustein für die selbstständige Lebensführung.
Der Fahrdienst des Roten Kreuzes wird von Freiwilligen mit deren Privatfahrzeugen durchgeführt und ist in der ganzen Schweiz über die kantonalen Verbände organisiert. Er richtet sich an Menschen, die nicht in der Lage sind, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Die Kosten sind moderat und werden in der Regel pro Kilometer abgerechnet. Der grosse Vorteil ist die persönliche Begleitung und die Flexibilität.
TIXI ist ein weiterer wichtiger Anbieter, der in vielen Regionen mit speziell ausgerüsteten Fahrzeugen auch Rollstuhltransporte ermöglicht. Die Nutzung erfordert eine vorgängige Anmeldung als Mitglied. Die Fahrten müssen einige Tage im Voraus gebucht werden, sind aber sehr kostengünstig. Eine besonders wichtige Information für Betroffene mit anerkannten Mobilitätseinschränkungen ist die finanzielle Unterstützung durch Stiftungen. So unterstützt die Stiftung ProMobil mit Fahrtgutscheinen von bis zu CHF 4’000 jährlich, was die Kosten für notwendige Fahrten erheblich reduziert. Der Selbstbehalt ist dabei minimal.

Die Organisation einer Fahrt ist unkompliziert, erfordert aber etwas Planung. Die folgende Anleitung zeigt die Schritte für eine TIXI-Buchung:
- Einmalige Anmeldung als TIXI-Mitglied (oft mit einem Jahresbeitrag verbunden).
- Telefonische Buchung der Fahrt idealerweise 3-4 Tage im Voraus.
- Bereithalten der genauen Adressen (Abhol- und Zielort), der gewünschten Zeit und der Information über die Art der Mobilitätseinschränkung.
- Eine notwendige Begleitperson kann in der Regel kostenlos mitfahren.
Wann ist der richtige Moment, den Führerschein freiwillig abzugeben?
Die Frage nach dem „richtigen Moment“ für die freiwillige Abgabe des Führerscheins ist zutiefst persönlich und emotional. Es gibt keine allgemeingültige Antwort, kein bestimmtes Alter und keinen einfachen Schalter, den man umlegt. Viele Menschen hegen den Wunsch, so lange wie möglich selbst Auto zu fahren, was absolut verständlich ist. Die Entscheidung sollte jedoch nicht reaktiv nach einem Unfall oder einer brenzligen Situation fallen, sondern proaktiv und selbstbestimmt, wenn erste Unsicherheiten auftreten.
Über 50% der Befragten möchten bis zu einem Alter von 85 Jahren selbst Auto fahren, 16% sogar bis 95. Der Verzicht auf den Führerschein ist für viele ein schmerzhafter Schritt. Die Entscheidung sollte nicht erst nach einem Unfall getroffen werden, sondern proaktiv, wenn erste Unsicherheiten auftreten.
– Erfahrungsbericht, Fahrlehrer-Portal Schweiz
Anzeichen für eine nachlassende Fahrsicherheit können vielfältig sein: zunehmende Nervosität im dichten Verkehr, Schwierigkeiten beim Einparken, Unsicherheit bei Nacht oder schlechtem Wetter, oder das Meiden von unbekannten Strecken. Der Schlüssel zu einem positiven Übergang liegt darin, diesen Prozess nicht als plötzlichen Bruch, sondern als sanften, stufenweisen Übergang zu gestalten. Dies reduziert den emotionalen Stress und ermöglicht eine langsame Gewöhnung an neue Mobilitätsformen.
Fallbeispiel: Der sanfte Übergang von Pro Senectute
Pro Senectute empfiehlt einen schrittweisen und selbstgesteuerten Rückzug vom Autofahren, um den Übergang zu erleichtern. Dieser Prozess kann über mehrere Monate oder sogar Jahre gehen und sieht typischerweise so aus: Zuerst verzichtet man auf Fahrten bei Nacht und in der Dämmerung. In einem nächsten Schritt werden Autobahnfahrten und Fahrten während der Stosszeiten gemieden. Schliesslich beschränkt man sich nur noch auf gut bekannte, kurze Strecken in der näheren Umgebung, wie zum Beispiel zum Einkaufen oder zum Hausarzt. Parallel dazu beginnt man, aktiv Alternativen wie den lokalen Bus, TIXI oder das Gehen zu Fuss für bestimmte Erledigungen zu nutzen. Dieser schrittweise Ansatz gibt die Kontrolle zurück und macht den endgültigen Verzicht auf den Führerschein zu einem bewussten und weniger schmerzhaften Abschluss einer Lebensphase.
Welche Sportarten schonen die Gelenke und bauen trotzdem Kondition auf?
Die verkehrsmedizinische Untersuchung prüft nicht das kalendarische Alter, sondern die funktionale Fahreignung. Dazu gehören Seh- und Hörvermögen, Reaktionsschnelligkeit, Konzentration und Beweglichkeit. Viele dieser Fähigkeiten können durch gezielte körperliche Aktivität erhalten und sogar verbessert werden. Es geht darum, den Körper fit zu halten, um die komplexen Anforderungen des Strassenverkehrs sicher zu bewältigen. Die gute Nachricht ist: Dafür muss man kein Hochleistungssportler werden. Regelmässige, gelenkschonende Bewegung ist der Schlüssel.
Regelmässige medizinische Kontrolluntersuchungen bei einer Stufenärztin oder einem Stufenarzt sollen klären, ob die Fahreignung weiterhin besteht.
– Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt St. Gallen, Offizielle Richtlinien zur ärztlichen Untersuchung
Eine gute körperliche Verfassung ist die beste proaktive Vorbereitung auf die Untersuchung. Bestimmte Sportarten eignen sich besonders gut, da sie genau jene Muskelgruppen und Fähigkeiten trainieren, die beim Autofahren entscheidend sind. Wichtig ist, eine Aktivität zu wählen, die Freude bereitet und die Gelenke nicht übermässig belastet.
Hier sind einige empfohlene Sportarten und ihr direkter Nutzen für die Fahreignung:
- Aquafit: Das Training im Wasser ist extrem gelenkschonend. Es stärkt die Rumpfmuskulatur, was für eine stabile Sitzposition und einen sicheren, schnellen Schulterblick unerlässlich ist.
- Nordic Walking: Diese Sportart verbessert die Arm-Bein-Koordination und trainiert die Ausdauer. Der rhythmische Bewegungsablauf schult zudem die Fähigkeit, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun, was im Verkehr zentral ist.
- Yoga/Pilates: Beide Disziplinen erhöhen die Beweglichkeit, insbesondere im Nacken- und Schulterbereich. Ein beweglicher Nacken ist die Voraussetzung für einen problemlosen Schulterblick beim Abbiegen oder Einparken.
- Tai Chi: Die langsamen, fliessenden Bewegungen fördern das Gleichgewicht und die Konzentrationsfähigkeit. Beides sind Schlüsselfaktoren, um in hektischen Verkehrssituationen ruhig und überlegt zu reagieren.
- Velofahren (normal oder E-Bike): Regelmässiges Radfahren trainiert nicht nur die Ausdauer, sondern auch die periphere Wahrnehmung und die Fähigkeit, das Verkehrsgeschehen vorausschauend zu beobachten.
Wie bewältigen Sie den Alltag in der digitalisierten Schweiz ohne Schalter?
Die Welt wird immer digitaler, und die Schweiz ist hier keine Ausnahme. Bahnbillette am Schalter kaufen, Rechnungen auf der Post einzahlen oder Formulare auf der Gemeinde abholen – vieles, was früher selbstverständlich war, verlagert sich zunehmend ins Internet. Für Menschen, die nicht mit dem Smartphone oder Computer aufgewachsen sind, kann dies eine grosse Hürde darstellen und das Gefühl des Ausgeschlossenseins verstärken. Doch auch hier gilt: Es gibt für fast jede Herausforderung eine Lösung und zahlreiche Hilfsangebote.
Der erste Schritt ist, die Angst vor der Technik zu verlieren. Oft sind die digitalen Lösungen einfacher als gedacht. Die SBB Mobile App beispielsweise ermöglicht den Kauf von Billetten mit wenigen Klicks, oft sogar günstiger als am Automaten. Für Bankgeschäfte ist das E-Banking eine sichere und bequeme Alternative zum Gang zur Filiale. Man kann Rechnungen direkt am Computer bezahlen und hat jederzeit den Überblick über die Finanzen. Viele Banken bieten zudem spezielle, vereinfachte Oberflächen oder telefonische Unterstützung für Senioren an.
Niemand muss diesen Weg allein gehen. In der ganzen Schweiz gibt es ein breites Netz an Unterstützung. Pro Senectute bietet mit Programmen wie „Kaffee und Computer“ oder individuellen Beratungen niederschwellige Kurse an, in denen man in einer entspannten Atmosphäre den Umgang mit dem Smartphone, Tablet und Computer lernen kann. Oft sind es auch die eigenen Kinder oder Enkelkinder, die gerne helfen, die ersten Schritte zu machen. Manchmal ist die Lösung auch nicht digital: Viele Gemeinden bieten weiterhin die Möglichkeit, Termine telefonisch zu vereinbaren, und für Rechnungen gibt es nach wie vor den Einzahlungsschein.
Es geht nicht darum, zum Technik-Experten zu werden, sondern darum, sich jene digitalen Werkzeuge anzueignen, die den Alltag tatsächlich erleichtern. Ein offener Geist und die Bereitschaft, Hilfe anzunehmen, sind die wichtigsten Voraussetzungen, um auch in der digitalisierten Schweiz souverän und selbstständig zu bleiben.
Das Wichtigste in Kürze
- Fahreignung ist funktional, nicht altersbedingt, und kann durch gezieltes Training beeinflusst werden.
- Eine rationale Kostenanalyse des eigenen Autos offenbart oft finanzielle Vorteile alternativer Mobilitätslösungen.
- Ein stufenweiser Übergang statt eines abrupten Stopps reduziert emotionalen Stress und erhält die Kontrolle.
Der Führerschein als Lebensabschnitt: Souverän die nächste Etappe planen
Die Auseinandersetzung mit der eigenen Fahreignung ist mehr als nur die Vorbereitung auf einen medizinischen Test. Es ist eine Einladung, die eigene Mobilität bewusst neu zu bewerten und die Weichen für die Zukunft zu stellen. Wie wir gesehen haben, sind Sie diesem Prozess nicht passiv ausgeliefert. Durch proaktives körperliches Training, eine ehrliche finanzielle Analyse und die Kenntnis der vielfältigen Mobilitätsalternativen in der Schweiz können Sie diese Phase selbstbestimmt und mit Zuversicht gestalten.
Der entscheidende Perspektivwechsel besteht darin, den möglichen Verzicht auf den Führerschein nicht als Verlust, sondern als Übergang in einen neuen Lebensabschnitt zu sehen. Einen Abschnitt, der vielleicht weniger Stress im Strassenverkehr, geringere finanzielle Belastungen und neue soziale Kontakte durch die Nutzung von Fahrdiensten mit sich bringt. Die Planung dieser nächsten Etappe ist ein Zeichen von Weitsicht und Verantwortung – sich selbst und anderen gegenüber.
Die funktionale Fahreignung ist eine Momentaufnahme. Sie kann sich verbessern, aber auch verschlechtern. Die regelmässige, ehrliche Selbstreflexion und der Mut, bei wachsender Unsicherheit professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, sind die wahren Kennzeichen eines souveränen Verkehrsteilnehmers. Es geht darum, die eigene Mobilität an die Lebensumstände anzupassen und nicht umgekehrt.
Für eine objektive Einschätzung Ihrer aktuellen Fahrkompetenz und zur gezielten Vorbereitung auf die Untersuchung ist eine Kontrollfahrt mit einem spezialisierten Fahrlehrer der beste nächste Schritt. Dies gibt Ihnen eine neutrale Rückmeldung und konkrete Ansatzpunkte für Verbesserungen.