Veröffentlicht am Mai 11, 2024

Entgegen der landläufigen Meinung liegt die Krise vieler Schweizer Vereine nicht im Desinteresse der Senioren, sondern in der ungenutzten Chance, deren immense Erfahrung wertzuschätzen.

  • Aktive Rentner suchen heute mehr als nur Beschäftigung; sie wollen ihre Kompetenzen gezielt einbringen und mitgestalten (Kompetenztransfer).
  • Leere Vorstandsposten sind keine Bürde, sondern die grösste Chance für die Generation 60+, das Vereinsleben aktiv nach ihren Vorstellungen zu modernisieren.
  • Moderne Formate wie E-Bike-Gruppen oder thematische Kulturreisen zeigen, dass sich Tradition und zeitgemässe Ansprüche erfolgreich verbinden lassen.

Empfehlung: Suchen Sie nicht nur nach einem Verein, sondern nach einer Mission. Fragen Sie nicht, was der Verein für Sie tun kann, sondern wo Ihre Kompetenzen den grössten Wandel bewirken können.

Der Übergang in den Ruhestand ist ein markanter Lebensabschnitt. Die beruflichen Verpflichtungen fallen weg, die Tage werden länger und die Frage «Was nun?» rückt in den Vordergrund. Für viele aktive Menschen in der Schweiz, die voller Tatendrang und Energie stecken, lautet die traditionelle Antwort oft: das Vereinsleben. Der örtliche Kirchenchor, die Männerriege, in der schon der Vater aktiv war, oder der Jass-Nachmittag von Pro Senectute sind fest verankerte Institutionen im sozialen Gefüge des Landes. Sie versprechen Gemeinschaft, Struktur und eine sinnvolle Beschäftigung.

Doch was, wenn Sie mehr wollen als nur Beschäftigung? Was, wenn Sie Ihre jahrzehntelange Berufs- und Lebenserfahrung nicht an der Garderobe abgeben, sondern aktiv einbringen möchten? Die Vorstellung, im Verein primär als passives Mitglied «bespasst» zu werden, schreckt viele moderne Seniorinnen und Senioren ab. Sie suchen nach Herausforderungen, nach wirkungsvollem Engagement und nach einer echten Mitgestaltungsmöglichkeit. Die eigentliche Frage ist also nicht, ob Vereine an sich noch zeitgemäss sind, sondern ob ihre Strukturen und Angebote den Ansprüchen einer neuen, selbstbewussten Rentnergeneration gerecht werden.

Dieser Artikel wirft einen wertschätzenden, aber kritischen Blick auf die Schweizer Vereinslandschaft. Wir analysieren, wo die wahren Chancen für ein sinnstiftendes Engagement liegen und wie Sie als erfahrene Persönlichkeit nicht nur einen Platz, sondern eine wirkungsvolle Aufgabe finden. Es geht darum, das Potenzial traditioneller Strukturen zu erkennen und sie von innen heraus mit neuem Leben zu füllen – jenseits von Kaffee und Kuchen.

Die folgenden Abschnitte führen Sie durch die verschiedenen Facetten des modernen Engagements im Alter. Von der strategischen Arbeit im Vorstand über sportliche Herausforderungen bis hin zum politischen Einfluss in Ihrer Gemeinde entdecken Sie, wo Ihre Talente wirklich einen Unterschied machen können.

Warum suchen Vereine händeringend nach Kassiers und Präsidenten im Rentenalter?

Es ist ein bekanntes Paradox im Schweizer Vereinswesen: Während die Mitgliederzahlen in vielen Seniorenorganisationen stabil sind – so vertritt allein der Dachverband VASOS aktuell rund 129’000 Mitglieder –, klagen dieselben Vereine über eine akute Vakanz in Schlüsselpositionen. Die Rollen des Kassiers, des Aktuars oder gar des Präsidenten bleiben oft über Jahre unbesetzt. Die landläufige Meinung, dass Pensionäre kein Interesse an Verantwortung hätten, greift jedoch zu kurz. Das Problem liegt oft tiefer und ist struktureller Natur.

Viele Menschen haben während ihrer Berufskarriere nie eine formelle Vereinsfunktion ausgeübt. Die Hürde, plötzlich die Verantwortung für Finanzen oder die strategische Führung zu übernehmen, erscheint hoch. Es ist weniger ein Mangel an Willen als vielmehr ein Mangel an Erfahrung und oft auch an Selbstvertrauen. Thomas Hauser, Geschäftsführer von Benevol Schweiz, bringt es auf den Punkt, wenn er feststellt: «Über die Hälfte hat dies bereits während des Erwerbslebens nicht gemacht und wird es auch im Ruhestand nicht tun.»

Hier liegt eine immense Chance für Vereine: Anstatt nur zu klagen, könnten sie gezielte Einarbeitungsprogramme, Mentoring durch erfahrene Vorgänger oder Weiterbildungen anbieten. Für aktive Senioren bedeutet dies eine spannende Lernkurve. Die Übernahme einer solchen Rolle ist der direkteste Weg zur strukturellen Mitgestaltung. Sie entscheiden mit über die Zukunft des Vereins, bringen neue Ideen ein und sorgen dafür, dass die Angebote relevant bleiben. Es ist der ultimative Schritt vom Konsumenten zum Gestalter.

Männerriege oder Seniorenturnen: Wo steht die Fitness im Vordergrund?

Wenn es um körperliche Aktivität im Alter geht, stehen in der Schweiz zwei Modelle oft im Zentrum: die traditionelle Männer- oder Frauenriege und das modernere, gesundheitsorientierte Seniorenturnen, wie es beispielsweise von Pro Senectute angeboten wird. Die Wahl zwischen diesen Optionen ist mehr als eine Geschmacksfrage; sie ist eine Entscheidung über die Prioritäten: Geselligkeit oder gezielte Gesundheitsförderung.

Die traditionelle Riege ist oft über Jahrzehnte gewachsen und tief in der Dorfgemeinschaft verwurzelt. Der soziale Aspekt, der «Höck» nach dem Training, ist hier mindestens so wichtig wie die sportliche Betätigung selbst. Der Sport ist oft kompetitiv geprägt, folgt alten Mustern und ist nicht immer auf die spezifischen Bedürfnisse des alternden Körpers zugeschnitten. Demgegenüber steht das moderne Seniorenturnen, das auf wissenschaftlichen Erkenntnissen der Gerontologie basiert. Hier geht es primär um den Erhalt von Mobilität, Kraft und Gleichgewicht zur Sturzprävention. Die Übungen sind standardisiert, die Leiter professionell ausgebildet und die Atmosphäre ist weniger von Konkurrenz als von individuellem Wohlbefinden geprägt.

Senioren bei Bewegungsübungen in einer Schweizer Turnhalle

Wie die Abbildung einer modernen Schweizer Turnhalle zeigt, liegt der Fokus auf einer hellen, einladenden und sicheren Umgebung, in der jeder nach seinem eigenen Tempo trainieren kann. Es geht nicht um Höchstleistung, sondern um nachhaltige Bewegung und die Freude daran. Die Entscheidung hängt also von Ihrer persönlichen Zielsetzung ab: Suchen Sie primär den sozialen Anschluss in einem altbekannten Umfeld oder eine gezielte, professionell angeleitete Investition in Ihre Gesundheit?

Wie können Sie in der Gemeindepolitik als Senior noch Einfluss nehmen?

Das Engagement im Alter muss sich nicht auf das Vereinslokal beschränken. Mit zunehmender Lebenserfahrung wächst oft auch der Wunsch, die eigene Lebenswelt aktiv mitzugestalten – und die Gemeindepolitik bietet dafür ein ideales Feld. Die demografische Entwicklung spielt Ihnen dabei in die Karten: Ende 2023 waren in der Schweiz bereits 19,3 Prozent der Bevölkerung über 65 Jahre alt. Diese Gruppe stellt eine gewichtige Wählerschaft dar, deren Anliegen nicht ignoriert werden können.

Doch wie kann man abseits von Wahlen und Abstimmungen konkret Einfluss nehmen? Der Schlüssel liegt in der organisierten und informierten Partizipation. Anstatt als Einzelkämpfer aufzutreten, ist die Bündelung von Interessen über Seniorenräte oder -kommissionen weitaus effektiver. Diese Gremien sind oft die offiziellen Ansprechpartner der Gemeindeexekutive für altersspezifische Fragen, von der Barrierefreiheit öffentlicher Gebäude über die Anpassung von ÖV-Fahrplänen bis hin zu neuen Wohnformen im Alter.

Ihre berufliche Expertise, sei es im Finanzwesen, im Bau oder im Sozialen, ist hier Gold wert. Sie können Gutachten analysieren, an Vernehmlassungen teilnehmen und fundierte Eingaben machen. Es ist ein anspruchsvolles, aber äusserst sinnstiftendes Engagement, das direkte und sichtbare Resultate im eigenen Lebensumfeld zeitigt.

Ihr Fahrplan zur politischen Mitwirkung: Die 5 entscheidenden Schritte

  1. Kontaktaufnahme: Nehmen Sie Kontakt mit der lokalen Seniorenkommission oder dem Seniorenrat Ihrer Gemeinde auf, um die aktuellen Themen und Mitwirkungsmöglichkeiten kennenzulernen.
  2. Information: Beteiligen Sie sich aktiv an öffentlichen Vernehmlassungsverfahren, insbesondere wenn es um seniorenrelevante Themen wie Bauprojekte oder Verkehrsplanung geht.
  3. Wissensvermittlung: Organisieren Sie Informationsveranstaltungen für andere Senioren, um über komplexe politische Vorlagen aufzuklären und eine breitere Meinungsbildung zu fördern.
  4. Netzwerkpflege: Bauen Sie informelle Netzwerke auf, indem Sie regelmässig an Gemeindeanlässen teilnehmen und den direkten Austausch mit Politikern und Verwaltungsmitarbeitern suchen.
  5. Initiative ergreifen: Formulieren Sie konkrete Anliegen wie die Schaffung von mehr Sitzbänken, die Verbesserung der Barrierefreiheit oder die Anpassung von ÖV-Routen und reichen Sie diese als formelle Eingabe an den Gemeinderat ein.

Warum sind organisierte Car-Reisen besser als ihr Ruf?

Organisierte Gruppenreisen im Car (Reisebus) kämpfen oft mit einem angestaubten Image: Kaffeefahrten, erzwungene Geselligkeit und straffe Zeitpläne. Doch gerade für aktive Senioren in der Schweiz hat sich dieses Segment in den letzten Jahren enorm gewandelt. Renommierte Anbieter wie Pro Senectute haben erkannt, dass die Zielgruppe nicht nur Unterhaltung, sondern auch intellektuellen und kulturellen Mehrwert sucht. Die Reisen sind längst keine reinen Sightseeing-Touren mehr, sondern thematisch kuratierte Erlebnisse.

Der Wert solcher Angebote liegt in der perfekten Organisation und dem exklusiven Zugang, den man als Individualreisender kaum bekäme. Wie aus einem Erfahrungsbericht hervorgeht, stehen oft besondere Ziele auf dem Programm:

Bei einer gemütlichen Rundfahrt knüpfen Sie auf unserem Rendez-Vous-Schiff neue Kontakte. Besuche zum Beispiel im Bundeshaus, dem SRF-Fernsehstudio oder der Saline Schweizerhalle bieten abwechslungsreiche Erlebnisse in geselliger Runde.

– Pro Senectute Schweiz, Angebote für Geselligkeit

Diese Reisen verbinden das Angenehme mit dem Nützlichen: Man reist komfortabel und sicher, knüpft unkompliziert neue Kontakte und bildet sich gleichzeitig weiter. Darüber hinaus gibt es handfeste rationale Argumente, die für eine organisierte Car-Reise sprechen, wie ein direkter Vergleich zeigt.

Car-Reisen vs. Individualreisen für Senioren
Kriterium Car-Reise Individualreise
Kosten pro Person CHF 80-150/Tag CHF 200-300/Tag
CO2-Bilanz Niedrig (geteilt durch 40 Personen) Hoch (Einzelfahrzeug)
Soziale Kontakte Garantiert Zufällig
Organisation Vollständig übernommen Eigenverantwortung
Flexibilität Eingeschränkt Vollständig

Lohnt sich der Jahresbeitrag für die Vorteile und Rabatte im Verein?

Die Frage nach dem finanziellen Nutzen einer Vereinsmitgliedschaft ist legitim. Oft wird der Jahresbeitrag, der je nach Verein zwischen 50 und 150 Franken liegen kann, primär unter dem Aspekt der direkten Rabatte und Vergünstigungen betrachtet. Doch diese Sichtweise greift zu kurz. Der wahre Wert, die eigentliche «Rendite des Engagements», bemisst sich in einer Währung, die über Franken und Rappen hinausgeht. In der Schweiz lebten 2023 rund 1,64 Millionen Menschen im Rentenalter, eine riesige und diverse Gruppe, für die der Zugang zu Netzwerken und Informationen entscheidend sein kann.

Eine Mitgliedschaft in einer grossen Seniorenorganisation ist wie ein Abonnement für ein kuratiertes Ökosystem. Der Beitrag finanziert nicht nur die Verwaltung, sondern ermöglicht den Zugang zu einem breiten Spektrum an Dienstleistungen, die oft weit unter dem Marktpreis liegen. Dazu gehören vergünstigte Kurse in neuen Technologien, Rechts- und Finanzberatungen durch Fachexperten oder eben die bereits erwähnten exklusiven Reiseangebote. Man kauft sich quasi in eine Gemeinschaft ein, die Interessen bündelt und dadurch bessere Konditionen für alle aushandeln kann.

Noch wichtiger ist jedoch der immaterielle Wert. Der regelmässige Austausch mit Gleichgesinnten, das Gefühl der Zugehörigkeit und der Zugang zu verlässlichen, geprüften Informationen sind in einer zunehmend komplexen Welt ein unschätzbares Gut. Der Jahresbeitrag ist somit weniger eine Gebühr für ein paar Rabatte als vielmehr eine Investition in die eigene Lebensqualität, soziale Sicherheit und kontinuierliche Weiterbildung.

Freiwilligenarbeit in der Schweiz: Wo werden Ihre Talente wirklich gebraucht?

Freiwilligenarbeit im Ruhestand ist weit mehr als nur ein Zeitvertreib. Es ist die Chance, jahrzehntelang aufgebaute Fähigkeiten und Erfahrungen an die nächste Generation weiterzugeben – ein klassischer Kompetenztransfer. Die Zahlen zeigen, dass dies bereits gelebte Realität ist: Laut der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung sind rund 25 Prozent der 65- bis 74-Jährigen ehrenamtlich tätig. Die Frage ist jedoch nicht nur, *ob* man sich engagiert, sondern *wo* die eigenen Talente den grössten Nutzen stiften.

Während klassische Aufgaben wie die Mithilfe bei Anlässen wichtig bleiben, entstehen immer mehr Programme, die gezielt auf die beruflichen Qualifikationen von Senioren setzen. Ein pensionierter Buchhalter kann einem kleinen Kulturverein bei der Jahresrechnung helfen, eine ehemalige Lehrerin kann im Rahmen von Projekten wie «Generationen im Klassenzimmer» Kindern mit Lernschwierigkeiten zur Seite stehen, und ein ehemaliger IT-Profi kann in Computerkursen anderen Senioren die digitale Welt erklären. Dies ist die Essenz des sinnstiftenden Engagements: Man tut nicht nur Gutes, sondern man setzt genau das ein, was man am besten kann.

Senior hilft Schulkindern beim Lernen in einem Schweizer Klassenzimmer

Dieses Bild der erfahrenen Hände, die einer jungen Generation Orientierung geben, symbolisiert die wertvollste Form der Freiwilligenarbeit. Es geht um die Weitergabe von Wissen, Werten und Geduld. Anstatt Ihre Expertise im Ruhestand brachliegen zu lassen, können Sie sie gezielt dort einsetzen, wo sie einen nachhaltigen gesellschaftlichen Mehrwert schafft. Plattformen wie Benevol Schweiz oder die lokalen Freiwilligenagenturen sind ideale Anlaufstellen, um das passende Engagement für Ihr einzigartiges Profil zu finden.

Die Möglichkeiten, die eigene Expertise einzubringen, sind vielfältig. Eine genauere Betrachtung der verschiedenen Felder der Freiwilligenarbeit hilft dabei, die passende Nische zu finden.

Welche Sportarten schonen die Gelenke und bauen trotzdem Kondition auf?

Aktiv zu bleiben ist entscheidend für die Lebensqualität im Alter, doch viele klassische Sportarten belasten die Gelenke stark. Die gute Nachricht ist, dass es eine wachsende Zahl an Alternativen gibt, die Ausdauer und Kraft fördern, ohne Knie, Hüfte oder Rücken zu überfordern. Die idealen Sportarten zeichnen sich durch fliessende, kontrollierte Bewegungen aus. Zu den Top-Empfehlungen von Sportmedizinern gehören Schwimmen und Aqua-Fitness, da das Wasser das Körpergewicht trägt und die Gelenke entlastet. Ebenso gilt Nordic Walking als hervorragendes Ganzkörpertraining, das durch den Einsatz der Stöcke die Belastung auf die Beingelenke reduziert und gleichzeitig die Rumpfmuskulatur stärkt.

In den letzten Jahren hat sich jedoch eine technologische Entwicklung als wahrer Game-Changer für die Mobilität im Alter erwiesen: das E-Bike. Der eingebaute Elektromotor macht das Fahrradfahren auch bei Steigungen oder Gegenwind zu einem genussvollen Erlebnis. Der entscheidende Vorteil liegt in der individuellen Steuerbarkeit der Belastung. Man kann selbst entscheiden, wie viel Unterstützung man vom Motor benötigt und wie stark man in die Pedale treten möchte. So wird das Training perfekt an die eigene Tagesform und das Gelände angepasst.

Fallbeispiel: Der E-Bike-Boom bei Schweizer Senioren

Der Trend ist unübersehbar: Laut Velosuisse wurden allein 2021 über 187’000 E-Bikes in der Schweiz verkauft, was einem Zuwachs von fast 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Besonders beliebt bei Senioren sind die sogenannten langsamen E-Bikes, die bis 25 km/h unterstützen und keinen Führerausweis erfordern. Sie ermöglichen es, mobil zu bleiben, die Natur zu geniessen und die Kondition gelenkschonend zu trainieren – eine perfekte Symbiose aus Technologie und Gesundheitsförderung.

Das E-Bike schont nicht nur den Bewegungsapparat, sondern eröffnet auch einen völlig neuen Aktionsradius. Touren, die früher zu anstrengend waren, werden wieder möglich. Ob alleine oder in einer Gruppe – das E-Bike ist ein Symbol für moderne, selbstbestimmte Aktivität im Alter.

Die Wahl der richtigen Sportart ist eine sehr persönliche Entscheidung. Es ist ratsam, sich mit den verschiedenen gelenkschonenden Optionen vertraut zu machen und auszuprobieren, was am meisten Freude bereitet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Engagement von Senioren wandelt sich von passivem Konsum hin zu aktiver Mitgestaltung und dem gezielten Einsatz von Lebenserfahrung.
  • Frei werdende Vorstandsposten sind die grösste Chance für die Generation 60+, die Zukunft von Vereinen direkt zu beeinflussen und zu modernisieren.
  • Zeitgemässe Sport- und Freizeitangebote (z.B. E-Biken, Kulturreisen) sind entscheidend, um traditionelle Vereinsstrukturen für eine neue, anspruchsvolle Rentnergeneration relevant zu halten.

Warum suchen Vereine händeringend nach Kassiers und Präsidenten im Rentenalter?

Wir schliessen den Kreis und kehren zur Ausgangsfrage zurück, betrachten sie nun aber aus einer neuen Perspektive. Die Vakanz in den Vereinsvorständen ist nicht nur ein Problem, sondern vor allem eine offene Einladung. Nachdem wir die verschiedenen Facetten des modernen Engagements beleuchtet haben – von der politischen Teilhabe über den Kompetenztransfer in der Freiwilligenarbeit bis hin zu zeitgemässen Sport- und Reiseformaten –, wird klar: Die unbesetzten Führungspositionen sind der zentrale Hebel, um all diese Wünsche in die Realität umzusetzen.

Ein Verein, der Mühe hat, sein Präsidium zu besetzen, ist ein Verein, der reif für Veränderung ist. Als neuer Kassier können Sie für finanzielle Transparenz sorgen und die Mittel für innovative Projekte sichern. Als Präsidentin oder Präsident haben Sie die Möglichkeit, die strategische Ausrichtung neu zu definieren, veraltete Zöpfe abzuschneiden und den Verein für eine neue Generation von Mitgliedern attraktiv zu machen. Es ist die ultimative Form der strukturellen Mitgestaltung.

Anstatt auf ein passendes Angebot zu warten, können Sie es selbst schaffen. Die Lücke im Vorstand ist Ihre Chance, Ihre Vision eines modernen, lebendigen Vereinslebens zu verwirklichen. Es ist eine anspruchsvolle, aber zutiefst befriedigende Aufgabe, die weit über reine Beschäftigung hinausgeht. Sie hinterlassen eine Spur, gestalten Gemeinschaft und sorgen dafür, dass eine wertvolle soziale Institution eine Zukunft hat.

Nutzen Sie Ihre Erfahrung und Ihren Tatendrang. Erkundigen Sie sich bei den Vereinen in Ihrer Umgebung nicht nur nach einer Mitgliedschaft, sondern gezielt nach den Möglichkeiten, im Vorstand Verantwortung zu übernehmen und die Zukunft aktiv mitzugestalten.

Häufig gestellte Fragen zu: Pro Senectute oder Kirchenchor: Sind traditionelle Seniorenvereine noch zeitgemäss?

Welche konkreten Leistungen erhalte ich für meinen Jahresbeitrag?

Typischerweise erhalten Sie Zugang zu vergünstigten Kursen, Veranstaltungen und Ausflügen sowie die Möglichkeit kostenloser Beratungen in verschiedenen Lebensbereichen wie Finanzen, Recht oder Wohnen.

Kann ich den Vereinsbeitrag von den Steuern abziehen?

Ja, in der Schweiz können Mitgliederbeiträge an gemeinnützige Vereine und Stiftungen in der Regel im Rahmen der freiwilligen Zuwendungen vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Die genauen Bestimmungen variieren je nach Kanton.

Gibt es Ermässigungen für Personen mit kleinem Budget?

Viele grosse Seniorenvereine und -organisationen bieten auf Antrag reduzierte Mitgliederbeiträge für Personen an, die Ergänzungsleistungen (EL) beziehen oder ein nachweislich geringes Einkommen haben.

Geschrieben von Eliane Gerber, Soziokulturelle Animatorin FH und Altersbeauftragte. Fokus auf psychische Gesundheit, Einsamkeitsbewältigung und generationenübergreifende Projekte.