
Das Weiterarbeiten über das Referenzalter hinaus ist mehr als nur ein Lohnzuschuss; es ist ein mächtiger Hebel zur Steueroptimierung. Der Schlüssel liegt nicht im «ob», sondern im «wie»: Durch die geschickte Staffelung Ihrer 3a-Bezüge und die strategische Nutzung von Pensionskasseneinkäufen können Sie die Steuerprogression aktiv brechen und Ihr Vermögen vor dem Fiskus schützen. Dies erfordert eine präzise Planung, die weit über das blosse Weitereinzahlen hinausgeht.
Das Erreichen des AHV-Alters markiert für die meisten den Beginn eines neuen Lebensabschnitts. Doch immer mehr Schweizer entscheiden sich, über das Referenzalter hinaus erwerbstätig zu bleiben. Die Gründe sind vielfältig, doch oft wird ein entscheidender Vorteil übersehen: die einmalige Chance zur cleveren Steueroptimierung. Viele Ratgeber beschränken sich auf den Hinweis, dass man weiterhin in die Säule 3a einzahlen kann. Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs. Die wahre Kunst liegt darin, diesen zusätzlichen Zeitkorridor als strategisches Instrument zu nutzen, um die unliebsame Steuerprogression bei der Auszahlung von Vorsorgegeldern gezielt auszuhebeln.
Die landläufige Meinung ist, man müsse sein 3a-Vermögen einfach gestaffelt beziehen. Das ist korrekt, aber unvollständig. Der entscheidende Faktor ist das präzise Timing und die intelligente Strukturierung Ihrer gesamten Vorsorgelandschaft, einschliesslich der Pensionskasse. Wenn Sie denken, die Weiterarbeit sei nur eine Möglichkeit, die Rente aufzubessern, verpassen Sie das grösste Potenzial. Die wahre Frage ist nicht, ob Sie weiterarbeiten, sondern wie Sie diese Phase nutzen, um die Kapitalflüsse aus Ihrer zweiten und dritten Säule so zu dirigieren, dass der Staat den geringstmöglichen Anteil erhält. Es geht darum, die Regeln nicht nur zu befolgen, sondern sie wie ein Steuerkommissär zu Ihrem Vorteil zu nutzen.
Dieser Artikel zeigt Ihnen die Mechanismen dahinter. Wir analysieren, wann es sich lohnt, 3a-Fonds weiterlaufen zu lassen, wie Sie durch die richtige Kontenstruktur Tausende Franken sparen und welche Fallstricke bei Versicherungspolicen oder Börsentiefs lauern. Sie erhalten einen strategischen Fahrplan, um Ihr Vorsorgevermögen mit maximalem Ertrag und minimaler Steuerlast in den Ruhestand zu überführen.
Um Ihnen eine klare Übersicht über diese strategischen Hebel zu geben, haben wir die wichtigsten Aspekte in den folgenden Kapiteln für Sie aufbereitet. Jeder Abschnitt beleuchtet einen kritischen Baustein Ihrer Finanzplanung im Rentenalter.
Inhaltsverzeichnis: Strategien für die Säule 3a nach 65
- Sollten Sie Ihre 3a-Fonds mit 65 verkaufen oder weiterlaufen lassen?
- Wie sparen Sie in Ihrem Kanton Steuern, indem Sie 3a-Konten über Jahre auflösen?
- Wer erbt Ihr 3a-Guthaben und können Sie den Konkubinatspartner einsetzen?
- Warum sollten Sie im Alter keine neuen 3a-Versicherungspolicen mehr abschliessen?
- Was tun, wenn das 3a-Geld fällig wird, aber die Börsenkurse im Keller sind?
- Wie können Sie durch gestaffelte 3a-Bezüge bis zu 20’000 CHF Steuern sparen?
- Pensionskasseneinkauf kurz vor der Rente: Wann ist das ein steuerliches Geschenk?
- Barrierefreie Eigentumswohnung kaufen: Welche versteckten Kosten lauern im Stockwerkeigentum?
Sollten Sie Ihre 3a-Fonds mit 65 verkaufen oder weiterlaufen lassen?
Die erste strategische Entscheidung, die Sie mit Erreichen des Referenzalters treffen, betrifft das Schicksal Ihrer 3a-Wertschriften. Die Standardoption ist der Verkauf und die Überführung in ein zinsarmes Sparkonto. Doch dies ist oft ein kostspieliger Fehler. Solange Sie erwerbstätig sind, können Sie den Bezug Ihrer 3a-Guthaben bis zu fünf Jahre aufschieben, also bis maximal zum 70. Lebensjahr. Dieses Zeitfenster ist ein unschätzbarer Vorteil, um von der langfristigen Marktrendite zu profitieren.
Historisch gesehen wirft der Aktienmarkt deutlich mehr ab als jedes Sparkonto. Eine Analyse der Luzerner Kantonalbank zeigt für den Schweizer Aktienmarkt eine durchschnittliche jährliche Rendite von 5,57 % seit 1969. Selbst bei konservativeren Annahmen übertrifft das Wertschriftenpotenzial die Verzinsung von Sparkonten bei Weitem. Der Zinseszinseffekt arbeitet in diesen zusätzlichen Jahren kraftvoll für Sie. Jeder Monat, den Ihr Kapital investiert bleibt, ist ein Monat, in dem es potenziell wächst, anstatt von der Inflation aufgefressen zu werden.
Der Unterschied ist frappant: Eine Frau, die mit 32 Jahren beginnt, jährlich 7’000 Franken in eine Aktienlösung zu investieren, kann bei einer Rendite von 4 % bis zum 65. Lebensjahr ein Vermögen von rund 531’700 Franken erwarten. Mit einer Sparlösung (0,30 % Zins) wären es lediglich 258’700 Franken. Wenn Sie dieses Kapital nun weitere fünf Jahre investiert lassen, kann es einen erheblichen zusätzlichen Wert generieren. Der Aufschub ist also nicht nur eine administrative Formalität, sondern ein aktiver Timing-Hebel zur Vermögensmehrung.
Wie sparen Sie in Ihrem Kanton Steuern, indem Sie 3a-Konten über Jahre auflösen?
Der grösste steuerliche Hebel beim Bezug von Vorsorgegeldern liegt in der Brechung der Progression. In der Schweiz werden Kapitalleistungen aus der Vorsorge getrennt vom übrigen Einkommen, aber progressiv besteuert. Das heisst: Je höher der Betrag, der in einem Jahr bezogen wird, desto höher der prozentuale Steuersatz. Ein Bezug von 400’000 Franken auf einmal wird also überproportional stärker besteuert als vier Bezüge von je 100’000 Franken in vier verschiedenen Jahren. Hier liegt der Schlüssel zum cleveren Sparen.
Die kantonalen Unterschiede sind dabei enorm. Ein vorausschauender Blick auf die Steuerbelastung in Ihrem Wohnkanton ist unerlässlich. Die interkantonale Steuerlast variiert erheblich, was eine gezielte Planung noch wichtiger macht.

Diese Visualisierung der Schweiz verdeutlicht, dass die Steuerpolitik kein nationales Einheitskonzept ist, sondern ein föderalistischer Flickenteppich. Der Wohnkanton zum Zeitpunkt der Fälligkeit der Leistung ist entscheidend. Ein Umzug in einen steuergünstigen Kanton wie Schwyz kann sich lohnen, ist aber eine weitreichende Lebensentscheidung. Die einfachere und wirkungsvollste Methode ist der gestaffelte Bezug. Eine Modellrechnung zeigt, dass bei einem Vorsorgekapital von 400’000 Franken eine Aufteilung auf vier Konten eine Steuerersparnis von bis zu 21’509 Franken bringen kann. Die Eröffnung mehrerer 3a-Konten (ideal sind 3-5) während der Ansparphase ist daher keine Schikane, sondern eine zwingende strategische Notwendigkeit.
Die folgende Tabelle illustriert die kantonalen Unterschiede am Beispiel eines Bezugs von 150’000 Franken, basierend auf einer Analyse des VermögensZentrums.
| Kanton | Steuer auf CHF 150’000 | Davon an Bund |
|---|---|---|
| Schwyz | CHF 3’300 | CHF 1’100 |
| Basel | CHF 10’000 | CHF 1’100 |
Wer erbt Ihr 3a-Guthaben und können Sie den Konkubinatspartner einsetzen?
Die Planung der Vorsorge endet nicht mit der Pensionierung; sie umfasst auch die Regelung für den Todesfall. Das Kapital in der Säule 3a fällt nicht automatisch in die reguläre Erbmasse, sondern unterliegt einer speziellen, gesetzlich festgelegten Begünstigtenordnung. Diese zu kennen, ist essenziell, um sicherzustellen, dass Ihr Vermögen gemäss Ihren Wünschen verteilt wird. Die Reihenfolge ist klar hierarchisch und lässt nur begrenzten Spielraum für individuelle Anpassungen.
Die gesetzliche Kaskade, wie sie vom Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) definiert wird, sieht wie folgt aus:
- Erste Priorität: Der überlebende Ehegatte oder die überlebende eingetragene Partnerin oder der überlebende eingetragene Partner.
- Zweite Priorität: Die direkten Nachkommen sowie natürliche Personen, die von Ihnen in erheblichem Masse finanziell unterstützt wurden. Auch eine Person, mit der Sie in den letzten fünf Jahren eine Lebensgemeinschaft geführt haben oder die für gemeinsame Kinder aufkommen muss, fällt hierunter.
- Dritte Priorität: Die Eltern, gefolgt von den Geschwistern und schliesslich den übrigen Erben.
Besonders für Konkubinatspartner ist Vorsicht geboten. Um den Partner in der zweiten Stufe zu begünstigen, muss die Lebensgemeinschaft nachweislich fünf Jahre ununterbrochen bestanden haben. Wichtig ist, dass Sie Ihren Vorsorgeanbieter (Bank oder Versicherung) schriftlich über Ihren Wunsch zur Begünstigung des Konkubinatspartners informieren. Ohne eine solche Anweisung wird die Bank im Zweifel der gesetzlichen Erbfolge den Vorrang geben. Hier bieten Versicherungslösungen oft einen entscheidenden Vorteil, wie Experten betonen.
Versicherungspolicen erlauben oft eine flexiblere Gestaltung der Begünstigtenordnung ausserhalb der gesetzlichen Erbfolge als Bankstiftungen.
– Schweizer Vorsorgeexperten, Analyse der Begünstigungsregelungen
Warum sollten Sie im Alter keine neuen 3a-Versicherungspolicen mehr abschliessen?
Im Kontext der Säule 3a stehen sich zwei Welten gegenüber: die flexiblen Banklösungen und die kombinierten Versicherungs-Spar-Produkte. Während der Ansparphase mag eine Versicherungspolice mit Todesfall- oder Invaliditätsabsicherung für Familienväter sinnvoll sein. Doch im Rentenalter, besonders wenn Sie nur noch wenige Jahre einzahlen, verkehrt sich dieser Vorteil ins Gegenteil. Der Abschluss einer neuen 3a-Police nach 60 ist in den meisten Fällen ein finanzieller Fehlentscheid.
Der Hauptgrund liegt in der Kostenstruktur. Versicherungspolicen sind oft intransparent und mit hohen Gebühren für die Risikoabsicherung und den Vertrieb belastet. Diese Kosten schmälern Ihre Rendite empfindlich, gerade in einer Phase, in der jeder Franken zählt. Die Flexibilität ist ebenfalls stark eingeschränkt. Vorzeitige Kündigungen sind oft mit hohen Verlusten verbunden. Die grosse Mehrheit der Schweizer hat diesen Nachteil erkannt: Aktuelle Marktdaten zeigen, dass 68% eine reine Banklösung wählen und nur 32% eine Versicherungslösung.
Moderne, kostengünstige Bank- und FinTech-Lösungen sind hier klar im Vorteil. Sie bieten maximale Transparenz und Flexibilität. Anbieter wie VIAC oder finpension ermöglichen es, mit sehr niedrigen Gebühren (oft unter 0,5 %) in globale Aktienportfolios zu investieren. Dies maximiert Ihr Renditepotenzial. Der Fokus im Rentenalter sollte auf maximaler Flexibilität und minimalen Kosten liegen. Eine Versicherungspolice bietet in der Regel genau das Gegenteil. Ihr Zweck ist die langfristige Absicherung, nicht die kurzfristige, flexible Kapitalvermehrung in den letzten Jahren vor dem endgültigen Ruhestand.
Was tun, wenn das 3a-Geld fällig wird, aber die Börsenkurse im Keller sind?
Ein in Wertschriften investiertes 3a-Vermögen birgt ein Marktrisiko. Was passiert, wenn Ihr geplanter Bezugstermin in eine Börsenbaisse fällt? Ein panischer Verkauf zu Tiefstkursen kann Jahre an Rendite zunichtemachen. Dies ist die gefürchtete Rendite-Falle. Doch auch hier bietet die Weiterarbeit nach 65 einen entscheidenden strategischen Puffer. Sie sind nicht gezwungen, sofort zu verkaufen. Sie haben Optionen.
Die wichtigste Regel lautet: Ruhe bewahren und nicht überstürzt handeln. Die Geschichte der Finanzmärkte zeigt, dass auf jede Krise eine Erholung folgt. Ihr grösster Trumpf ist die Zeit. Die Weiterarbeit gibt Ihnen genau das. Anstatt zu verkaufen, können Sie den Bezug aufschieben und auf eine Markterholung warten. Diese zusätzliche Flexibilität ist Gold wert und kann Tausende von Franken an Verlusten verhindern.

Wenn Sie mehrere 3a-Konten besitzen – was Sie tun sollten – haben Sie einen weiteren Hebel. Sie müssen nicht alle Konten gleichzeitig auflösen. Folgende Strategien helfen Ihnen durch ein Börsentief:
- Bezug aufschieben: Wenn Sie weiterarbeiten, können Sie den Bezug bis zu 5 Jahre, also bis Alter 70, hinauszögern. Nutzen Sie diesen Zeitpuffer, um auf bessere Kurse zu warten.
- Selektiv auflösen: Haben Sie Konten mit unterschiedlichen Anlagestrategien (z.B. eines mit hohem Aktienanteil, eines defensiver)? Lösen Sie nur das am wenigsten exponierte Konto auf, um Ihren unmittelbaren Kapitalbedarf zu decken.
- Strategie anpassen: Einige Anbieter erlauben eine Anpassung der Anlagestrategie. Prüfen Sie, ob Sie das Risiko reduzieren können, indem Sie von Aktien in liquidere und sicherere Anlagen wie Obligationen umschichten, um weitere Verluste zu begrenzen.
Wie können Sie durch gestaffelte 3a-Bezüge bis zu 20’000 CHF Steuern sparen?
Wir haben das Prinzip bereits angerissen, doch die Zahlen sprechen für sich. Die Steuerersparnis durch einen gestaffelten Bezug ist kein theoretisches Konstrukt, sondern eine handfeste Grösse in Ihrer Finanzplanung. Betrachten wir ein konkretes Beispiel, um die Wucht der Steuerprogression und die Wirksamkeit der Staffelung zu verdeutlichen. Die Logik ist simpel: Viele kleine Bezüge über mehrere Steuerperioden verteilt führen zu einer deutlich geringeren Gesamtsteuerlast als ein grosser Kapitalbezug in einem einzigen Jahr.
Jeder Franken, den Sie nicht dem Steueramt überweisen, ist ein Franken mehr für Ihren Ruhestand. Die Einrichtung von bis zu fünf 3a-Konten ist der effektivste Weg, diese Strategie umzusetzen. Jedes Konto kann in einem separaten Steuerjahr aufgelöst werden. Wichtig ist dabei, dass pro Jahr und pro Person nur das gesamte Guthaben eines einzelnen 3a-Kontos bezogen werden kann. Teilbezüge sind nicht möglich (Ausnahme: Wohneigentumsförderung).
Die folgende Vergleichstabelle zeigt die konkrete Ersparnis für ein Vorsorgevermögen von 440’000 Franken am Beispiel eines verheirateten Paares in der Stadt Zürich. Die Zahlen verdeutlichen den direkten finanziellen Vorteil einer vorausschauenden Planung.
| Bezugsstrategie | Gesamtbetrag | Steuerlast | Ersparnis |
|---|---|---|---|
| Einmaliger Bezug | CHF 440’000 | CHF 27’798 | – |
| 5 Konten über 5 Jahre | CHF 440’000 | CHF 20’450 | CHF 7’348 |
Die Ersparnis von über 7’000 Franken ist signifikant. Je nach Kanton und Höhe des Vermögens kann dieser Betrag noch deutlich höher ausfallen. Bei Ehepaaren ist besondere Vorsicht geboten: Ihre Bezüge aus der 2. und 3. Säule werden im selben Jahr addiert, was die Progression zusätzlich antreibt. Eine koordinierte Planung der Bezüge beider Partner ist daher unerlässlich.
Pensionskasseneinkauf kurz vor der Rente: Wann ist das ein steuerliches Geschenk?
Die Optimierung Ihrer Vorsorge beschränkt sich nicht auf die Säule 3a. Ein oft übersehener, aber extrem wirkungsvoller Hebel ist der Einkauf in die Pensionskasse (PK) kurz vor der Pensionierung. Wer über das Referenzalter hinaus arbeitet und ein hohes Einkommen erzielt, kann durch freiwillige Einkäufe in die 2. Säule seine Steuerlast im Erwerbsjahr erheblich senken. Der eingezahlte Betrag kann vollumfänglich vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden.
Dieser Schritt will jedoch gut überlegt sein. Ein Einkauf ist nur dann sinnvoll, wenn das Kapital nicht innert drei Jahren wieder als Kapitalleistung bezogen wird, da sonst eine Steuernachforderung droht. Planen Sie stattdessen einen Rentenbezug aus der PK, entfällt diese Sperrfrist. Der Kniff besteht darin, in den Jahren mit hohem Einkommen (z.B. mit 64 und 65) hohe Beträge einzukaufen, um das steuerbare Einkommen zu drücken, und das Kapital dann später als Rente zu beziehen. Dies ist ein legales Steuerschlupfloch für vorausschauende Planer.
Wann und ob sich ein solcher Einkauf lohnt, hängt von mehreren Faktoren ab, wie der renommierte Vorsorgeexperte Emmanuel Ullmann im SRF-Magazin „Kassensturz“ erklärt:
Oft ist ein Einkauf in den letzten 10 Jahren vor der Pensionierung sinnvoll, weil das steuerbare Einkommen dann oft hoch ist. Je besser die Pensionskasse finanziell dasteht und je höher die erwartete Verzinsung des PK-Guthabens ist, desto früher kann ein Einkauf sinnvoll sein. Die Einkäufe sollten aus steuerlichen Gründen über mehrere Jahre verteilt werden.
– Emmanuel Ullmann, SRF Kassensturz
Ein Einkauf ist besonders attraktiv, wenn Ihre Pensionskasse einen hohen Deckungsgrad und einen vorteilhaften Umwandlungssatz bietet. Bevor Sie Geld in die PK schiessen, müssen zudem allfällige Vorbezüge für Wohneigentumsförderung (WEF) zurückbezahlt sein. Der PK-Einkauf ist ein scharfes Schwert, das aber präzise geführt werden muss.
Das Wichtigste in Kürze
- Timing ist alles: Das Weiterarbeiten verschafft Ihnen Zeit, um 3a-Bezüge und PK-Einkäufe steueroptimal zu planen.
- Struktur schlägt Summe: Mehrere kleine 3a-Konten sind der Schlüssel, um die Steuerprogression zu brechen – ein grosses Konto ist ein teurer Fehler.
- Vorsicht vor der Rendite-Falle: Ein Plan für Börsentiefs ist unerlässlich; schieben Sie den Bezug auf oder lösen Sie nur defensive Konten auf.
Barrierefreie Eigentumswohnung kaufen: Welche versteckten Kosten lauern im Stockwerkeigentum?
Viele träumen davon, ihr angespartes Vorsorgekapital für den Kauf einer altersgerechten Eigentumswohnung zu nutzen. Dies ist eine hervorragende Möglichkeit, die Früchte Ihrer Sparanstrengungen zu geniessen. Doch gerade beim Kauf von Stockwerkeigentum lauern versteckte Kosten und regulatorische Hürden, die oft übersehen werden. Bevor Sie Ihr 3a-Kapital für den Kauf einsetzen, ist eine genaue Prüfung der Rahmenbedingungen unerlässlich.
Ein zentraler Punkt ist der sogenannte Erneuerungsfonds der Stockwerkeigentümergemeinschaft. Jede Gemeinschaft muss Rücklagen für zukünftige Sanierungen (z.B. Dach, Fassade, Heizung) bilden. Ein zu tief angesetzter Fonds kann für Sie als neuer Eigentümer zur Kostenfalle werden, wenn plötzlich eine teure Sanierung ansteht und hohe Nachzahlungen fällig werden. Verlangen Sie unbedingt Einblick in die Protokolle der letzten Versammlungen und die Höhe des Fonds. Zudem fallen beim Kauf kantonale Handänderungssteuern und Notariatskosten für die Errichtung von Schuldbriefen an, die schnell mehrere Tausend Franken ausmachen können.
Wenn Sie Vorsorgegelder für den Kauf einsetzen, müssen Sie zudem die Spielregeln genau kennen. Ein zentraler Punkt ist die Rückzahlungspflicht von WEF-Vorbezügen, bevor neue, steuerbegünstigte Einkäufe in die Pensionskasse getätigt werden können. Diese Regel soll verhindern, dass Gelder nur kurz aus der PK entnommen und wieder einbezahlt werden, um mehrfach von Steuervorteilen zu profitieren.
Checkliste: Ihr Fahrplan für den Einsatz von Vorsorgegeldern
- WEF-Rückzahlung prüfen: Haben Sie in der Vergangenheit Gelder für Wohneigentum aus der Pensionskasse vorbezogen? Diese müssen vollständig zurückbezahlt sein, bevor neue steuerbegünstigte Einkäufe möglich sind.
- Ausnahmen kennen: Wiedereinkäufe nach einer Scheidung zur Kompensation von Ausgleichszahlungen sind von dieser Regelung oft ausgenommen. Klären Sie dies mit Ihrer PK ab.
- Nebenkosten budgetieren: Berücksichtigen Sie die kantonalen Handänderungssteuern und die Kosten für die Errichtung von Schuldbriefen in Ihrem Budget. Diese sind nicht im Kaufpreis enthalten.
- Erneuerungsfonds analysieren: Prüfen Sie die Höhe des Erneuerungsfonds der Stockwerkeigentümergemeinschaft. Ist er ausreichend dotiert, um zukünftige Sanierungen ohne hohe Sonderzahlungen zu decken?
- Reglement studieren: Lesen Sie das Reglement der Stockwerkeigentümergemeinschaft sorgfältig durch. Gibt es Einschränkungen bezüglich Umbauten für Barrierefreiheit?
Um Ihre Vorsorgestrategie umfassend und massgeschneidert zu gestalten, ist eine professionelle Analyse Ihrer individuellen Situation unerlässlich. Die hier aufgezeigten Hebel sind mächtig, doch ihre optimale Anwendung erfordert eine ganzheitliche Betrachtung.
Häufige Fragen zur Auszahlung der Säule 3a
Wie viele 3a-Konten sind optimal?
In den meisten Fällen sind zwei bis drei 3a-Konten pro Person eine gute Lösung. Wer ein grosses Vermögen hat und die Bezüge über mehr Jahre strecken will, kann auch bis zu fünf Konten eröffnen.
Ab welchem Betrag sollte man ein neues Konto eröffnen?
Es wird empfohlen, ab einem angesparten Betrag von ungefähr 50’000 Franken ein weiteres 3a-Konto zu eröffnen. So stellen Sie sicher, dass die einzelnen Tranchen beim gestaffelten Bezug nicht zu gross werden.
Was passiert bei Ehepaaren?
Die Bezüge aus der Säule 3a und der Pensionskasse beider Ehepartner werden in derselben Steuerperiode zusammengezählt. Dies treibt die Steuerprogression in die Höhe. Eine koordinierte Bezugsplanung über die Jahre ist daher für Paare absolut entscheidend.