Veröffentlicht am Mai 18, 2024

Das Gefühl, digital abgehängt zu sein, ist frustrierend, aber lösbar. Statt Technik als Hindernis zu sehen, zeigt Ihnen dieser Leitfaden, wie Sie die digitalen Werkzeuge selbstbewusst beherrschen. Es geht nicht nur darum, Apps zu nutzen, sondern darum, die Regeln für die Kommunikation mit Ihrer Familie aktiv zu gestalten und so echte Nähe und Sicherheit zu schaffen. So wird Technik zu Ihrer persönlichen Brücke zu den Enkeln.

Die Enkelkinder lachen auf einem Foto in der Familiengruppe, doch Sie waren beim Videoanruf nicht dabei. Dieses Gefühl der Ausgrenzung kennen viele Grosseltern. Man hört oft den gut gemeinten Ratschlag: „Installier doch einfach WhatsApp!“ Doch die Sorge vor komplizierter Technik, die Angst, etwas falsch zu machen oder gar auf Betrüger hereinzufallen, ist eine echte Hürde. Die digitale Welt scheint sich rasend schnell zu verändern, mit immer neuen Apps, Geräten und leider auch neuen Gefahren wie dem digitalen „Enkeltrick“.

Viele Anleitungen konzentrieren sich nur auf die technischen Schritte, lassen Sie aber mit den eigentlichen Fragen allein: Welches Gerät passt wirklich zu mir? Wie schütze ich meine Daten vor fremden Blicken? Und wie finde ich das richtige Mass an Kontakt, ohne die berufstätigen Kinder zu stören? Es geht um mehr als nur Knöpfe zu drücken; es geht um Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und um das Gestalten von Beziehungen im digitalen Raum.

Aber was wäre, wenn die Lösung nicht darin bestünde, die Technik nur widerwillig zu nutzen, sondern sie als Ihr persönliches Werkzeug für mehr digitale Selbstbestimmung zu begreifen? Dieser Leitfaden verfolgt genau diesen Ansatz. Wir geben Ihnen nicht nur Anleitungen, sondern auch das nötige Wissen, um informierte Entscheidungen zu treffen. Sie lernen, wie Sie nicht nur Konsument, sondern Gestalter Ihrer digitalen Kommunikation werden.

Wir beginnen bei der Grundlage – der Wahl des richtigen Geräts – und führen Sie dann Schritt für Schritt durch die wichtigsten Aspekte der Sicherheit und Privatsphäre. Danach widmen wir uns der Kunst der gelungenen Kommunikation und zeigen, wie Sie die digitalen Werkzeuge nutzen, um die emotionale Verbindung zu Ihrer Familie zu stärken und sogar alte Freundschaften wieder aufleben zu lassen.

Dieser Artikel ist Ihr persönlicher Fahrplan in eine digital vernetzte Zukunft, in der Sie sich sicher und kompetent fühlen. Entdecken Sie in den folgenden Abschnitten, wie Sie die Technik für sich arbeiten lassen.

Tablet oder Laptop: Was eignet sich besser für Einsteiger ohne Vorkenntnisse?

Die erste und wichtigste Entscheidung auf Ihrem Weg in die digitale Welt ist die Wahl des richtigen Werkzeugs. Betrachten Sie es wie einen Werkzeugkoffer: Sie brauchen das passende Instrument für die Aufgabe. Die Hauptentscheidung fällt meist zwischen einem Tablet und einem Laptop. Beide haben ihre Stärken, doch für Einsteiger, deren Hauptziel die Kommunikation mit der Familie ist, gibt es klare Unterschiede. Ein Tablet ist oft der sanftere Einstieg, da die Bedienung per Touchscreen an ein Smartphone erinnert und sehr intuitiv ist. Ein Laptop bietet mit seiner physischen Tastatur Vorteile, wenn Sie längere E-Mails oder Texte schreiben möchten.

Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, hilft ein direkter Vergleich der wichtigsten Eigenschaften. Denken Sie dabei nicht nur an den Preis, sondern vor allem an die Handhabung im Alltag. Wie schwer ist das Gerät? Wie lange hält der Akku? Und wie gut können Sie den Bildschirm ablesen? Die folgende Tabelle fasst die zentralen Punkte für Sie zusammen.

Tablet vs. Laptop: Entscheidungshilfe für Senioren in der Schweiz
Kriterium Tablet Laptop
Bedienung Touchscreen, intuitiver für Einsteiger Tastatur + Maus, mehr Einarbeitungszeit
Gewicht 300-700g, sehr handlich 1.5-2.5kg, weniger mobil
Bildschirmgrösse 7-13 Zoll 13-17 Zoll
Akkulaufzeit 8-12 Stunden 4-8 Stunden
Preis Schweiz CHF 300-1500 CHF 500-2000
Beste Nutzung Videotelefonie, Surfen, Fotos Textverarbeitung, komplexere Aufgaben

Die Ergonomie ist ein entscheidender Faktor, den Sie nicht unterschätzen sollten. Ein leichtes Tablet können Sie bequem auf dem Sofa halten, während ein Laptop einen Tisch benötigt. Gleichzeitig kann ein grösserer Laptop-Bildschirm die Augen schonen. Das Bild unten illustriert, wie unterschiedlich die Haltung und Handhabung der beiden Geräte sein kann.

Seniorenhände testen ergonomisch ein Tablet und einen Laptop nebeneinander

Wie Sie sehen, ist die Interaktion sehr verschieden. Das direkte Tippen auf dem Bildschirm eines Tablets fühlt sich für viele natürlicher an. Am Ende ist die Wahl sehr persönlich. Der beste Weg, die richtige Entscheidung zu treffen, ist, die Geräte selbst in die Hand zu nehmen. Besuchen Sie ein Fachgeschäft und probieren Sie es aus.

Ihr Aktionsplan für den Gerätekauf in der Schweiz

  1. Gerät ausprobieren: Besuchen Sie ein Fachgeschäft wie Fust, Interdiscount oder einen Swisscom Shop und nehmen Sie verschiedene Modelle in die Hand, um das Gewicht zu testen.
  2. Bildschirm prüfen: Achten Sie auf eine ausreichende Grösse. Für Tablets sind mindestens 10 Zoll, für Laptops 15 bis 17 Zoll empfehlenswert, um die Lesbarkeit zu gewährleisten.
  3. Bedienungshilfen testen: Bitten Sie einen Verkäufer, Ihnen die Einstellungsmöglichkeiten für Schriftvergrösserung, Sprachausgabe und erhöhten Kontrast zu zeigen.
  4. Kombi-Angebote erfragen: Fragen Sie bei Anbietern wie Sunrise, Salt oder Swisscom nach Paketen, die ein Tablet mit einem passenden Datenabonnement kombinieren.
  5. Lokalen Kundendienst prüfen: Ein guter Kundendienst in Ihrer Nähe ist Gold wert, wenn Sie später einmal Unterstützung benötigen.

Nehmen Sie sich Zeit für diese erste Hürde. Ein Gerät, das sich gut anfühlt und einfach zu bedienen ist, wird schnell zu einem geschätzten Begleiter im Alltag.

Wie schützen Sie Ihre Privatsphäre auf WhatsApp vor fremden Blicken?

Sobald Sie Ihr Gerät haben und WhatsApp installiert ist, steht der Schutz Ihrer Privatsphäre an erster Stelle. Sie entscheiden, wer was von Ihnen sehen darf. WhatsApp bietet dafür einfache, aber wirkungsvolle Einstellungen. Es geht darum, neugierige Blicke von Fremden fernzuhalten und die Kontrolle darüber zu behalten, welche Informationen Sie teilen. Denken Sie daran: Ihre Daten gehören Ihnen. Ein paar Klicks genügen, um ein grosses Stück Sicherheit und Kontrolle zurückzugewinnen.

Die folgenden Einstellungen sind besonders wichtig und sollten direkt nach der Installation überprüft werden. Sie finden alle Optionen in WhatsApp unter „Einstellungen“ und dann im Menüpunkt „Datenschutz“:

  • Profilbild-Sichtbarkeit: Stellen Sie ein, dass nur Ihre Kontakte Ihr Profilbild sehen können (‚Meine Kontakte‘). Dies wird auch gemäss dem Schweizer Datenschutzgesetz (DSG) empfohlen, um Missbrauch zu vermeiden.
  • „Zuletzt online“ verbergen: Wenn Sie nicht möchten, dass andere sehen, wann Sie zuletzt online waren, wählen Sie hier ‚Niemand‘. Das gibt Ihnen die Freiheit, Nachrichten zu lesen, wann Sie es möchten, ohne Druck zu verspüren.
  • Gruppenzugang kontrollieren: Wählen Sie unter ‚Gruppen‘ die Option ‚Meine Kontakte‘, um zu verhindern, dass Sie von Fremden ungefragt zu Werbe- oder Spam-Gruppen hinzugefügt werden.
  • Lesebestätigungen (blaue Häkchen): Wenn Sie diese Funktion ausschalten, sehen andere nicht, ob Sie ihre Nachricht gelesen haben. Beachten Sie aber, dass Sie dann auch nicht mehr sehen, ob andere Ihre Nachrichten gelesen haben.

Eine der wichtigsten Gewohnheiten für den sicheren Umgang mit WhatsApp ist der „5-Sekunden-Check“. Bevor Sie ein Foto oder eine Nachricht senden, halten Sie kurz inne und fragen sich: „Ist das der richtige Chat? Sind auf diesem Bild sensible Informationen zu sehen?“. Wie wichtig diese kleine Pause sein kann, zeigt ein echtes Beispiel aus der Schweiz.

Fallbeispiel: Die 5-Sekunden-Regel in der Praxis

Eine 72-jährige Schweizerin aus Zürich verhinderte durch die „5-Sekunden-Regel“ das versehentliche Teilen sensibler Bankdaten. Sie hatte ein Foto ihrer EC-Karte gemacht, um die IBAN für eine Überweisung an ihre Tochter zu notieren. Fast hätte sie das Bild in die grosse Familiengruppe mit 15 Mitgliedern geschickt. Doch bevor sie auf „Senden“ drückte, hielt sie für einen Moment inne, überprüfte den Empfänger und bemerkte ihren Fehler gerade noch rechtzeitig. Diese einfache Gewohnheit, vor dem Abschicken kurz zu überlegen, bewahrte sie vor grossem Ärger.

Mit diesen Einstellungen haben Sie eine solide Basis geschaffen, um WhatsApp sicher zu nutzen. Sie haben die Kontrolle und können sich nun auf das Wesentliche konzentrieren: den Austausch mit Ihren Liebsten.

Enkeltrick 2.0: Wie erkennen Sie gefälschte Hilferufe per SMS oder Mail?

Neben dem Schutz der Privatsphäre ist die Abwehr von Betrugsversuchen eine zentrale Herausforderung. Der altbekannte „Enkeltrick“ hat sich weiterentwickelt und findet heute oft per SMS oder WhatsApp statt. Betrüger geben sich als Enkel oder Kinder aus, die angeblich eine neue Handynummer haben und dringend Geld benötigen. Die emotionale Manipulation und der erzeugte Zeitdruck sind perfide. Die Zahlen zeigen, wie ernst die Lage ist: Im Jahr 2024 registrierte die Kantonspolizei Zürich einen Anstieg der vollendeten Telefonbetrüge, wobei die durchschnittliche Schadenssumme bei erschreckenden CHF 15’000 lag.

Ältere Person hält skeptisch Smartphone mit Betrugsnachricht in der Hand

Das Wichtigste ist, bei solchen Nachrichten sofort misstrauisch zu werden, egal wie echt sie wirken. Betrüger sind Profis darin, Vertrauen zu erwecken. Sie nutzen oft Informationen, die sie im Internet gefunden haben. Der Schlüssel zur Abwehr ist, niemals unter Druck zu handeln. Nehmen Sie sich immer Zeit, die Situation zu überprüfen. Die folgende Checkliste gibt Ihnen konkrete Schritte an die Hand, wenn Sie eine verdächtige Nachricht erhalten.

  • SOFORT STOPP: Handeln Sie niemals sofort oder überweisen Sie Geld. Betrüger erzeugen künstliche Dringlichkeit („Es muss sofort sein!“). Legen Sie auf oder legen Sie das Handy weg.
  • VERIFIZIEREN: Rufen Sie die Person, die angeblich Hilfe braucht, über ihre Ihnen bekannte, alte Telefonnummer an. Speichern Sie die neue Nummer niemals ab, bevor Sie nicht persönlich mit der Person gesprochen haben.
  • TESTFRAGE STELLEN: Stellen Sie eine persönliche Frage, die nur der echte Verwandte wissen kann (z.B. „Wie heisst unser erstes Haustier?“ oder „Wann hat deine Mutter Geburtstag?“).
  • POLIZEI ANRUFEN: Zögern Sie bei geringstem Verdacht nicht, die Polizei unter der Notrufnummer 117 anzurufen. Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig.
  • CODEWORT VEREINBAREN: Ein genial einfacher Trick: Vereinbaren Sie mit Ihrer Familie ein geheimes Codewort für echte Notfälle. Fragt jemand ohne dieses Wort nach Geld, ist es ein Betrüger.

Indem Sie diese Regeln verinnerlichen, errichten Sie eine starke Mauer gegen Betrüger. Sie schützen nicht nur Ihr Geld, sondern auch Ihr emotionales Wohlbefinden.

Warum sind Sprachnachrichten oft praktischer als das Tippen auf kleinen Tastaturen?

Kommunikation ist mehr als nur der Austausch von Informationen. Es geht um Gefühle, um Nähe, um das „Dazwischen“. Gerade hier liegt die Stärke von Sprachnachrichten. Das Tippen auf kleinen Smartphone-Tastaturen kann mühsam und fehleranfällig sein, besonders wenn man es nicht gewohnt ist. Eine Sprachnachricht hingegen ist so einfach wie ein Anruf bei der Combox: Knopf drücken, sprechen, loslassen – fertig. Sie erlaubt es Ihnen, Gedanken und Geschichten in Ihrem eigenen Tempo zu erzählen, ohne sich mit der Technik abzumühen.

Der grösste Vorteil ist jedoch die emotionale Komponente. Eine getippte Nachricht ist oft kalt und emotionslos. In einer Sprachnachricht hört man das Lachen, die Betonung, die Wärme in der Stimme. Sie ist eine echte „Gefühls-Brücke“ zu den Enkeln. Wie ein Experte treffend formuliert:

Sprachnachrichten transportieren Gefühle wie Stimmlage und Lachen viel besser als Text und stärken so die emotionale Bindung zwischen Grosseltern und Enkeln über Generationen hinweg.

– Media4Care Seniorenbetreuung, Ratgeber Videotelefonie für Senioren

Damit die Kommunikation per Sprachnachricht für beide Seiten angenehm ist, haben sich einige ungeschriebene Gesetze, eine Art „Netiquette“, etabliert. Diese einfachen Regeln helfen, Missverständnisse zu vermeiden und den Austausch flüssig zu halten.

  • Fassen Sie sich kurz: Versuchen Sie, Ihre Nachrichten unter zwei Minuten zu halten. Für längere Geschichten ist ein Anruf besser geeignet.
  • Hören Sie aufmerksam zu: Geben Sie den Jüngeren das Gefühl, gehört zu werden, indem Sie auf ihre Nachrichten zeitnah antworten, auch wenn es nur ein kurzes „Danke, habe ich gehört, antworte später in Ruhe“ ist.
  • Schweizer Höflichkeit: Hören Sie Sprachnachrichten in öffentlichen Verkehrsmitteln oder im Wartezimmer nie laut ab. Die Verwendung von Kopfhörern ist in der Schweiz ein Zeichen des Respekts.
  • Nutzen Sie die Diktierfunktion: Wenn Sie doch einmal tippen müssen, ist die Diktierfunktion eine grossartige Hilfe. Tippen Sie einfach auf das Mikrofonsymbol auf der Tastatur und sprechen Sie Ihren Text ein.

Probieren Sie es einfach aus. Senden Sie eine kurze Sprachnachricht an Ihre Enkel und fragen Sie sie nach ihrem Tag. Sie werden überrascht sein, wie positiv die Reaktion ausfällt.

Wie viel Kontakt per WhatsApp ist „zu viel“ für die berufstätigen Kinder?

Die digitalen Kanäle machen es so einfach, in Kontakt zu bleiben – manchmal vielleicht zu einfach. Schnell ist ein Foto geschickt, eine Frage gestellt. Doch berufstätige Kinder sind oft im Stress, in Meetings oder müssen sich konzentrieren. Die ständigen Benachrichtigungen können zur Belastung werden, auch wenn sie von den liebsten Menschen kommen. Hier entsteht oft ein unausgesprochener Konflikt: Die Grosseltern wünschen sich Nähe und Teilhabe, die Kinder fühlen sich unter Druck gesetzt. Die Frage ist also nicht, *ob* man kommuniziert, sondern *wie* und *wann*.

Der Schlüssel liegt in dem, was Experten „Meta-Kommunikation“ nennen: das Gespräch über das Gespräch. Es geht darum, gemeinsam Kommunikations-Spielregeln aufzustellen, die für alle passen. Statt zu raten oder sich gekränkt zurückzuziehen, hilft ein offenes und liebevolles Gespräch. Ein praktisches Beispiel aus der Schweiz zeigt, wie gut das funktionieren kann.

Fallbeispiel: Das Gespräch über das Gespräch in Basel

Familie Müller aus Basel stand genau vor diesem Problem. Die 75-jährige Grossmutter sendete ihrer berufstätigen Tochter über den Tag verteilt 10-15 Nachrichten und Bilder. Die Tochter fühlte sich gestresst und antwortete nur noch kurz angebunden. Die Grossmutter wiederum fühlte sich zurückgewiesen. Die Lösung war ein ruhiges Gespräch. Die Mutter begann mit der Formulierung: „Ich möchte dich bei der Arbeit nicht stören und freue mich über jede Nachricht von dir. Wann passt es für dich denn am besten, damit wir in Ruhe schreiben können?“ Sie einigten sich auf einen täglichen Austausch abends zwischen 19 und 20 Uhr und einen festen Videoanruf am Sonntagmorgen. Das Ergebnis: Beide Seiten fühlten sich verstanden und der Kontakt wurde wieder entspannter und herzlicher.

Trauen Sie sich, dieses Gespräch zu führen. Es ist ein Zeichen von Respekt und Zuneigung und legt den Grundstein für eine digitale Kommunikation, die Freude bereitet und nicht belastet.

Facebook oder Instagram: Wo finden Senioren alte Schulfreunde wieder?

Die digitale Welt verbindet nicht nur Generationen, sie kann auch alte Verbindungen wieder aufleben lassen. Viele hegen den Wunsch, alte Schulfreunde oder ehemalige Arbeitskollegen wiederzufinden. Soziale Netzwerke sind dafür das ideale Werkzeug. Doch welches ist das richtige? Während die Enkel auf Plattformen wie Instagram oder TikTok aktiv sind, ist für die Suche nach der eigenen Generation Facebook nach wie vor die erste Wahl. Der Grund ist einfach: Die Nutzerbasis ist im Durchschnitt älter. Wie aktuelle Zahlen zeigen, ist die Chance, hier fündig zu werden, statistisch am höchsten. In der Schweiz nutzen über 3.7 Millionen Menschen Facebook, davon sind laut Bundesamt für Statistik 18% über 55 Jahre alt. Dies macht die Plattform zu einem riesigen digitalen Adressbuch.

Die Suche auf Facebook ist relativ einfach, erfordert aber dieselbe Vorsicht wie bei anderen Online-Aktivitäten. Es ist wichtig, die eigenen Privatsphäre-Einstellungen im Griff zu haben und nicht zu viele persönliche Informationen öffentlich preiszugeben. Die folgende Anleitung hilft Ihnen, Facebook gezielt als Werkzeug für die Klassentreffen-Suche zu nutzen:

  • Gezielte Suche: Geben Sie in der Facebook-Suchleiste den Namen Ihrer alten Schule und den Abschlussjahrgang ein (z.B. „Kantonsschule Zürich Maturajahrgang 1975“).
  • Gruppen beitreten: Suchen Sie nach sogenannten „Alumni-Gruppen“. Viele Schulen haben offizielle oder inoffizielle Gruppen für ihre Ehemaligen, in denen man sich austauschen kann.
  • Privatsphäre anpassen: Bevor Sie aktiv werden, gehen Sie in Ihre Privatsphäre-Einstellungen und stellen Sie Ihr Profil so ein, dass es nur für „Freunde“ sichtbar ist. So schützen Sie Ihre persönlichen Beiträge.
  • Freundschaftsanfragen prüfen: Nehmen Sie nicht jede Anfrage blind an. Schauen Sie sich das Profil der Person an: Haben Sie gemeinsame Freunde? Gibt es plausible Informationen?
  • Daten sparsam teilen: Teilen Sie niemals Ihre vollständige Adresse, Ihre Telefonnummer oder Ihr genaues Geburtsdatum öffentlich auf Ihrer Profilseite.

Mit einer vorsichtigen und gezielten Vorgehensweise kann die Suche nach alten Freunden zu einer wunderbaren Erfahrung werden. Das Wiederfinden alter Kontakte über soziale Netzwerke ist eine der grossen Freuden der digitalen Welt.

So wird aus einem sozialen Netzwerk mehr als nur ein Zeitvertreib. Es wird zu einer Zeitmaschine, die Sie mit Menschen aus Ihrer Vergangenheit wieder in Kontakt bringen kann.

Schutz vor Abzocke im Alter: Wie erkennen Sie unseriöse Haustürgeschäfte?

Die Vorsicht, die Sie im digitalen Raum gelernt haben, ist auch an der eigenen Haustür unerlässlich. Betrüger nutzen nicht nur das Telefon oder das Internet, sondern auch den direkten Kontakt, um Vertrauen zu erschleichen. Die Methoden sind oft ähnlich: Es wird Druck aufgebaut, eine Notlage vorgetäuscht oder ein einmaliges Sonderangebot versprochen. Oft sind diese digitalen und analogen Betrugsmaschen sogar miteinander verknüpft. Wichtig zu wissen ist, dass Sie in der Schweiz durch das Gesetz geschützt sind. Das Schweizer Konsumentenschutzgesetz garantiert bei Haustürgeschäften ein 14-tägiges Widerrufsrecht gemäss Obligationenrecht (OR Art. 40). Leider nutzen viele Betroffene diese Möglichkeit aus Scham oder Unwissenheit nicht.

Am besten ist es jedoch, gar nicht erst auf solche Geschäfte hereinzufallen. Es gibt typische Warnsignale, die spezifisch für die Schweiz sind und bei denen bei Ihnen sofort die Alarmglocken schrillen sollten. Betrüger geben sich oft als offizielle Personen aus, um sich Zutritt zu verschaffen.

  • Falsche Serafe-Kontrolleure: Ein häufiger Trick. Merken Sie sich: Die Serafe (Schweizerische Erhebungsstelle für die Radio- und Fernsehabgabe) kommt niemals unangemeldet zu Ihnen nach Hause.
  • Angebliche Swisscom-Techniker: Auch Telekom-Anbieter wie Swisscom oder Sunrise kündigen Besuche immer schriftlich oder telefonisch an. Lassen Sie sich immer einen Dienstausweis zeigen und rufen Sie im Zweifel bei der offiziellen Hotline an.
  • Unseriöse Handwerker: Vorsicht bei „günstigen“ Angeboten für Dachreparaturen oder Kaminreinigungen, die spontan an der Tür gemacht werden. Holen Sie immer eine zweite Offerte von einem lokalen, bekannten Betrieb ein.
  • Im Zweifel 117 anrufen: Wenn Ihnen eine Person an der Tür verdächtig vorkommt oder Sie sich unter Druck gesetzt fühlen, schliessen Sie die Tür und rufen Sie sofort die Polizei unter 117 an.
  • Nachbarn warnen: Betrüger arbeiten oft ganze Quartiere ab. Wenn Sie einen verdächtigen Besuch hatten, informieren Sie Ihre Nachbarn.
  • Hilfe holen: Organisationen wie Pro Senectute bieten kostenlose und vertrauliche Beratung an, wenn Sie unsicher sind. Die Nummer 058 591 15 15 ist eine wichtige Anlaufstelle.

Diese Wachsamkeit an der Schnittstelle von digitaler und realer Welt ist entscheidend. Die Kenntnis dieser Warnsignale bei Haustürgeschäften ist Ihr bester Schutz.

Ihre Sicherheit hat oberste Priorität. Ein gesundes Misstrauen und das Wissen um Ihre Rechte sind die wirksamsten Waffen gegen jede Form von Abzocke.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das richtige Werkzeug wählen: Ihre erste Entscheidung für ein Tablet oder einen Laptop sollte auf Ihren persönlichen Bedürfnissen und dem Bedienkomfort basieren, nicht nur auf dem Preis.
  • Privatsphäre ist kein Zufall: Nehmen Sie sich fünf Minuten Zeit, um die Datenschutzeinstellungen in WhatsApp aktiv zu gestalten. Sie entscheiden, wer was sieht.
  • Kommunikation braucht Regeln: Ein offenes Gespräch mit der Familie über Erwartungen und Erreichbarkeit schafft Klarheit und beugt Missverständnissen und Stress auf beiden Seiten vor.

Tablet oder Laptop: Die endgültige Entscheidung für Ihre Bedürfnisse

Wir haben nun die verschiedenen Facetten der digitalen Kommunikation beleuchtet – von der Gerätesicherheit über die Netiquette bis hin zur Abwehr von Betrug. Kehren wir mit diesem neuen Wissen noch einmal zur Ausgangsfrage zurück: Tablet oder Laptop? Sie sehen jetzt, dass diese Entscheidung mehr ist als eine rein technische. Es ist die Wahl Ihres persönlichen digitalen Zuhauses. Es geht darum, welches Gerät Ihnen das meiste Vertrauen und die grösste Souveränität im Umgang mit der Technik gibt.

Fühlen Sie sich mit einem Touchscreen, den Sie direkt mit den Fingern bedienen, wohler? Dann ist ein Tablet wahrscheinlich der bessere Startpunkt. Es reduziert die Komplexität und fühlt sich oft zugänglicher an. Schätzen Sie hingegen den Komfort einer vollwertigen Tastatur zum Schreiben von E-Mails oder vielleicht sogar zum Verfassen Ihrer Lebenserinnerungen? Dann gibt Ihnen ein Laptop die nötige Stabilität und Leistungsfähigkeit. Denken Sie langfristig: Welches Gerät wird Ihnen auch in zwei oder drei Jahren noch Freude bereiten und Ihre Bedürfnisse abdecken?

Die Entscheidung für ein Gerät ist der erste Schritt zur digitalen Selbstbestimmung. Es ist die Basis, auf der Sie all die anderen Fähigkeiten aufbauen, die wir in diesem Leitfaden besprochen haben. Es ist die Ermächtigung, aktiv am Leben Ihrer Liebsten teilzuhaben, anstatt nur Zuschauer zu sein.

Der wichtigste Schritt ist der erste. Wagen Sie ihn. Wählen Sie das Werkzeug, das sich für Sie richtig anfühlt, und beginnen Sie Ihre Reise. Sie haben das Wissen und die Fähigkeit, die digitale Welt zu einem Ort der Verbindung und Freude zu machen.

Häufige Fragen zur digitalen Familienkommunikation

Was bedeutet es, wenn der Familien-Chat ’stummgeschaltet‘ ist?

Stummschalten bedeutet NICHT Ablehnung! Es ist eine praktische Funktion, die hilft, während der Arbeit oder in der Nacht nicht von ständigen Benachrichtigungen unterbrochen zu werden. Die Person liest die Nachrichten trotzdem, nur eben später und ohne, dass das Handy bei jeder Nachricht piepst.

Wie schlage ich einen festen WhatsApp-Termin vor?

Formulieren Sie es positiv und als Angebot. Zum Beispiel: „Wie wäre es, wenn wir jeden Mittwoch um 19 Uhr kurz per Video plaudern? Dann kann ich mir richtig Zeit für dich nehmen und wir können ungestört reden.“ Das zeigt Wertschätzung und ist einfacher anzunehmen.

Ist es unhöflich, nicht sofort zu antworten?

Nein, absolut nicht! In der heutigen Arbeitswelt ist es für Berufstätige oft unmöglich, sofort zu antworten. Eine Antwort innerhalb von 24 Stunden gilt als völlig normal und höflich. Geduld ist hier ein Zeichen gegenseitigen Respekts.

Geschrieben von Lukas Meier, Zertifizierter Erwachsenenbildner für digitale Medien und IT-Coach für Senioren. Spezialist für Smartphone-Sicherheit, Apps und Internetnutzung im Alter.